Friedenskirche
Die Friedenskirche auf dem Veielihubel im Mattenhof wurde nach dem Ersten Weltkrieg von Karl Indermühle gebaut und 1920 eingeweiht.

- Adresse
- Friedensstrasse 9
- Baujahr
- 1917–1920 (Bauinventar; Wikipedia: 1918–1920), eingeweiht am 21. November 1920
- Architekt
- Karl Indermühle
- Stil
- Neuklassizismus
- Heute
- Reformierte Kirche, genutzt vom ökumenischen Stadtkloster Frieden
- Schutz
- Kulturgut von regionaler Bedeutung (KGS B), schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Von der Friedensstrasse führt eine breite Treppe, gesäumt von Baumreihen, in gerader Achse zum Eingang hinauf. Links und rechts stehen in symmetrischer Anordnung zwei Reihen von Wohnhäusern, oben die Kirche mit Pfarrhaus. Nach dem Bauinventar ist diese Gesamtanlage in Bern einmalig. Der Hügel hiess bis Mitte des 19. Jahrhunderts wegen seiner Form Pastetenhubel, danach Veielihubel, Veilchenhügel. Beim Bau fand man 1917 Reste von Gräbern, die sich nicht datieren liessen.
1915 schrieb die Kirchgemeinde unter Berner Architekten einen Wettbewerb aus. Den ersten Preis gewann Karl Indermühle mit einem Projekt unter dem Kennwort „Wahrzeichen“. Indermühle (1877–1933) war Berner Münsterbaumeister, Mitbegründer des Berner Heimatschutzes und baute vor allem Kirchen und Schulhäuser. Begonnen wurde nach einem überarbeiteten Entwurf, nach dem Bauinventar 1917, nach Wikipedia 1918. Am 21. November 1920 wurde die Kirche eingeweiht. Ihren Namen erhielt sie in Erinnerung an den Frieden nach dem Ersten Weltkrieg; das Bauinventar beschreibt sie als Mahnmal an schwere Jahre.
Der Bau ist ein einfaches Rechteck unter einem Walmdach. Vor der Front steht der Turm; sein Glockengeschoss ist offen, das Dach eine flache Pyramide. Davor liegt eine Vorhalle mit sechs ionischen Säulen. Über dem Portal steht ein Vers aus dem Buch Jesaja (32,17), der den Frieden als Frucht der Gerechtigkeit verheisst. Indermühle orientierte sich bewusst an den klassizistischen Bauten von Friedrich Weinbrenner und Karl Friedrich Schinkel. Der verputzte, sehr kubische Bau wirkt auf der Anhöhe fast wie ein Denkmal. Der Turm ist 46 Meter hoch, das Schiff bis zu 20 Meter, innen gibt es 800 Plätze; den dreischiffigen Saal umläuft eine Empore, darüber liegt eine Kassettendecke. Die Orgel baute 1970 die Firma Theodor Kuhn.
Kirchgemeindesaal und Pfarrhaus schliessen im Südosten an. 1978 wurde der Laubengang zum Pfarrhaus verglast, 1986 bis 1992 fügte der Architekt Heinz Spörri einen neuen Saalbau in den Winkel ein; der Kirchenraum blieb dabei unverändert. Seit 2016 wurde über eine neue Nutzung nachgedacht. Im Dezember 2022 unterzeichneten die reformierte Gesamtkirchgemeinde und der Verein Stadtkloster Frieden eine Absichtserklärung, ab Sommer 2024 übernahm die Gemeinschaft die Verantwortung für das Areal. Seit dem 1. Januar 2026 gehört die Kirche zur neuen Kirchgemeinde Frieden Heiliggeist, die hier noch ein- bis zweimal im Monat Gottesdienst feiert.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Friedensstrasse 9 · Bauinventar der Stadt Bern: Kirchbühlweg 23 (Pfarrhaus) · Historisches Lexikon der Schweiz: Indermühle, Karl · Wikipedia (de): Friedenskirche (Bern) · Wikidata: Q1456767
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