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Kunst in Bern · Bauwerk

Schloss Holligen

Schloss Holligen an der Holligenstrasse in Bern ist ein spätgotischer Wohnturm mit Ecktürmchen, um den später Wohntrakt, Pavillons und ein Park entstanden.

Schloss Holligen, Bern
Foto: Krol:k, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 · Quelle
Adresse
Holligenstrasse 44, Holligenstrasse 46
Baujahr
Donjon um 1470 (Bauinventar) bzw. um 1500 (Wikipedia, Turmstiftung); Umbauten bis ins 19. Jahrhundert
Architekt
Unbekannt; Gartenpavillons Johann Daniel Osterrieth
Stil
Spätgotischer Wohnturm, barock umgebaut
Heute
Donjon im Besitz der Turmstiftung Schloss Holligen, Kulturanlässe
Schutz
Kulturgut von nationaler Bedeutung (KGS A), schützenswert (Bauinventar)

Über den Bau

Im Westen der Stadt, zwischen Wohnblocks und Strassen, ragt ein hoher Turm aus Sandsteinquadern mit einem mächtigen Walmdach auf. An seinen Ecken sitzen schlanke achteckige Türmchen mit spitzen Helmen, in der Südwestecke steigt ein Treppenturm empor, aussen achteckig, innen rund. Dieser Wohnturm, der Donjon, ist der älteste Teil von Schloss Holligen. Das Gebiet wird 1257 erstmals erwähnt.

Wann und für wen der Turm entstand, beantworten die Quellen verschieden. Das Bauinventar der Stadt nennt um 1470 und als Bauherrn Niklaus II. von Diesbach. Die Wikipedia und die Turmstiftung schreiben ihn dagegen dem Schultheissen Wilhelm von Diesbach zu, der das Gut 1495 erwarb und den Turm um 1500 bauen liess. Nach der Turmstiftung starb Wilhelm von Diesbach 1517 hoch verschuldet.

Danach wechselten die Besitzer häufig. Im 16. Jahrhundert kam im Westen ein Wohntrakt mit viereckigem Treppenturm hinzu. Johann Rudolf Bucher machte das Gut um 1680 zu einem barocken Landsitz; er liess den Weiher zuschütten, und in diesen Jahren wurde auch die Ringmauer abgebrochen. Unter Gabriel Herport, dem das Gut ab 1764 allein gehörte, erhielt der Turm um 1765 regelmässig angeordnete Fenster mit Stichbögen, und eine Allee wurde gepflanzt, deren Bäume 1992 gefällt werden mussten. 1783 ging das Schloss an die Familie von Mutach. Wo früher Ecktürme der Ringmauer standen, stehen heute zwei gleich gestaltete Gartenpavillons aus Sandstein. Das Bauinventar datiert sie kurz nach 1800, die Turmstiftung auf 1816 bis 1819; als Architekt gilt Johann Daniel Osterrieth.

Durch Erbteilungen und Landverkäufe im 20. Jahrhundert schrumpfte das Gut auf den Kern mit dem Park, der nach dem Bauinventar einen wertvollen Baumbestand und eine Zugangsallee besitzt. Anfang der 1990er-Jahre wurde das Schloss umfassend renoviert. Den Donjon besitzt seit 1995 eine eigene Stiftung, die Turmstiftung Schloss Holligen. Sie erhält ihn als Baudenkmal, liess ihn 2010 aussen behutsam renovieren und veranstaltet darin Kulturanlässe. Das Schloss ist ein Kulturgut von nationaler Bedeutung.

Ein Detail: Auf der Südseite des Turms steht eine Säulenhalle mit kannelierten Säulen, die das Bauinventar in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts datiert.

Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Holligenstrasse 44, 44A, 44B, 46 · Turmstiftung Schloss Holligen: Geschichte · Wikipedia (de): Schloss Holligen · Wikipedia (en): Holligen Castle · Wikidata: Q2241642

Lage in Bern
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Holligenstrasse 44

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