Gesellschaftshaus zu Kaufleuten
Das Gesellschaftshaus zu Kaufleuten an der Kramgasse 29 in Bern entstand ab 1718 und gilt als Hauptwerk der Berner Bürgerhausarchitektur des Barock.

- Adresse
- Kramgasse 29
- Baujahr
- 1718–1720 (HLS) bzw. 1718–1722 (GSK)
- Architekt
- Niklaus Schiltknecht (vom HLS als Zuschreibung bezeichnet)
- Stil
- Spätbarock / ausgehender Hochbarock
- Heute
- Zunfthaus der Gesellschaft zu Kaufleuten, Kulturgut von nationaler Bedeutung
- Schutz
- Kulturgut von nationaler Bedeutung (KGS A), schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
An der Kramgasse reiht sich unter den Lauben ein Sandsteinhaus an das andere. Das Haus Nummer 29 hebt sich mit seiner streng gegliederten, nur drei Fensterachsen breiten Fassade ab. Es ist der Sitz der Gesellschaft zu Kaufleuten, einer der 13 Berner Gesellschaften und Zünfte.
Die Gesellschaft taucht Ende des 14. Jahrhunderts als Vereinigung der Krämer in den Quellen auf. Spätestens ab 1431 übte sie im deutschsprachigen Teil des bernischen Staates die Markt- und Handelsaufsicht aus: Sie prüfte Mass und Gewicht und setzte eigene Aufseher ein. Dieses Vorrecht endete 1798 mit dem Einmarsch der Franzosen. Heute ist sie eine burgerliche Korporation.
Das Haus entstand ab 1718 nach Plänen von Niklaus Schiltknecht (1687–1735), der im selben Jahr Steinwerkmeister der Stadt wurde und später die Heiliggeistkirche baute. Die Bauzeit wird unterschiedlich angegeben: Das Historische Lexikon der Schweiz nennt 1718–1720 und bezeichnet Schiltknecht nur als vermutlichen Urheber, der Kunstführer der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte nennt 1718–1722. Der Kunstführer nennt es, zusammen mit dem Haus Spitalgasse 24, den einzigen Profanbau des früh verstorbenen Architekten.
Was die Fassade besonders macht, sieht man im Vergleich mit den Nachbarhäusern: Schiltknecht verband die waagrechte Gliederung der Geschosse mit einer senkrechten Betonung der Mitte, die als leicht vortretender Risalit ausgebildet ist. Die Fassade zeigt Einflüsse französischer Architekten aus dem Umkreis François Blondels und der Theoretiker in der Nachfolge Palladios. Fachleute sehen darin schon eine Vorstufe des Klassizismus.
Im Hof liegt eines der ersten selbständigen Treppenhäuser des Berner Barock. Der Zunftsaal ist mit Kirschbaumholz getäfert und gilt mit Möbeln und Wandschmuck als eines der schönsten Interieurs des frühen 18. Jahrhunderts in Bern. 1980/81 wurde das Dachgeschoss ausgebaut und mehrere Räume restauriert.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: KGS-Inventar (Text GSK-Kunstführer): Zunfthaus zu Kaufleuten, KGS 749 (Archivkopie) · Historisches Lexikon der Schweiz: Niklaus Schiltknecht · Wikipedia (de): Gesellschaft zu Kaufleuten · Wikipedia (de): Kramgasse · Bauinventar der Stadt Bern: Untere Altstadt, alle Adressen (nur Liste) · Wikidata: Q9319632
Bauten in der Nähe
Haus Münstergasse 2620 mHaus an der Münstergasse 3020 mTscharnerhaus am Münsterplatz60 mTscharnerhaus an der Herrengasse 480 mGesellschaftshaus zu Pfistern80 mSimsonbrunnenKunstwerk · 30 mMusika mit HarfeKunstwerk · 40 mMusizierende FigurenKunstwerk · 40 mEinstufung und Adresse: Bauinventar © Amt für Kultur des Kantons Bern · Objektblatt (PDF) · Wikidata. Fehler gefunden? Schreib an hallo@uebrig.ch.