Gesellschaftshaus zu Pfistern
Das Gesellschaftshaus zu Pfistern an der Kramgasse 9 in Bern wurde 1769–70 als Stadthaus gebaut; seit 1926 ist es das Zunfthaus der Bäcker und Müller.

- Adresse
- Kramgasse 9, Münstergasse 8
- Baujahr
- 1769–1770; Zunfthaus seit 1926
- Architekt
- wohl Rudolf August Ernst nach verändertem Entwurf von Niklaus Sprüngli
- Heute
- Zunfthaus der Gesellschaft zu Pfistern, Kulturgut von nationaler Bedeutung
- Schutz
- Kulturgut von nationaler Bedeutung (KGS A), schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Unter den Lauben der Kramgasse zieht das Haus Nummer 9 mit einer lebhaft gegliederten Sandsteinfront den Blick auf sich. Seit 1926 ist es der Sitz der Gesellschaft zu Pfistern, der alten Zunft der Bäcker und Müller. Gebaut wurde es aber nicht für sie, sondern als Wohnhaus eines Patriziers.
Bauherr war 1769–70 Johann Ludwig Stürler. Die Pläne gehen auf einen Entwurf von Niklaus Sprüngli zurück, den wohl Rudolf August Ernst verändert ausführte. Über dem gebänderten Laubengeschoss fasst eine grosse Ordnung die beiden Hauptgeschosse zusammen. Drei Achsen, gerahmt von gebänderten ionischen Pilastern, gliedern die Front; die mittlere tritt als Risalit vor. Das dritte Obergeschoss sitzt als Attika auf einem kräftigen Kranzgesims mit einer Kartusche in der Mitte.
Das Wappenrelief mit dem Helm an der Fassade kam erst 1926 hinzu, als die Gesellschaft einzog. Achten Sie darauf: Es ist das sichtbare Zeichen des Besitzerwechsels. Hinter dem Haus liegt ein grosser Hof mit einer Galerie aus vier Korbbögen, darin ein halbovales Treppenhaus mit geschwungenen Geländern. Die Innenräume mit Holztäfer und Kaminen im Stil Louis XV bezeichnet der Kunstführer als ausgezeichnet.
Die Gesellschaft selbst ist viel älter als das Haus. Sie erscheint im 14. Jahrhundert in den Quellen, nach eigenen Angaben 1314 zum ersten Mal, und vereinte die Bäcker und Müller der Stadt; der Name kommt vom lateinischen „pistor“, Bäcker. Seit dem 15. Jahrhundert stammte jeweils einer der vier Berner Venner aus den Reihen der Pfistern. Viele Familien, die später das Berner Patriziat bildeten, waren hier zünftig.
Vor dem Umzug an die Kramgasse besass die Gesellschaft ein anderes Haus. Für einen Neubau von 1849 bis 1851 nennt das Historische Lexikon der Schweiz den Architekten Friedrich Studer, den späteren Erbauer des Bundesratshauses. Heute ist die Gesellschaft eine burgerliche Korporation und vermietet ihren Zunftsaal für Anlässe.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: KGS-Inventar (Text GSK-Kunstführer): Gesellschaftshaus zu Pfistern, KGS 11620 (Archivkopie) · Wikipedia (de): Gesellschaft zu Pfistern · Gesellschaft zu Pfistern: Geschichte · Historisches Lexikon der Schweiz: Friedrich Studer · Bauinventar der Stadt Bern: Untere Altstadt, alle Adressen (nur Liste) · Wikidata: Q14563352
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