Haus Münstergasse 26
Das Haus Münstergasse 26 reicht von der Kramgasse bis zum Münsterplatz; um 1763 erhielt es für Emanuel Friedrich Fischer seine heutige Gestalt.

- Adresse
- Kramgasse 25, Münstergasse 26
- Baujahr
- um 1763 (Südfront); Front Kramgasse um 1730–1735
- Architekt
- Niklaus Sprüngli (Zuschreibung)
- Stil
- Spätbarock, Übergang Louis XV zu Louis XVI
- Bauherr
- Emanuel Friedrich Fischer, Landvogt von Thorberg
- Schutz
- Kulturgut von nationaler Bedeutung (A)
- Schutz
- Kulturgut von nationaler Bedeutung (KGS A), schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Das schmale, aber sehr tiefe Haus verbindet zwei Gassen: Die eine Front liegt an der Kramgasse (Nr. 25), die andere am Übergang von der Münstergasse zum Münsterplatz. Paul Hofer führte das Haus 1959 noch unter der Adresse Münsterplatz 2 und hielt fest, dass beide Teile ein gemeinsames Treppenhaus haben. Die wertvollere Seite ist die südliche: Über einem kräftig geschwungenen Korbbogen der Laube folgen drei schmale Obergeschosse mit je zwei Stichbogenfenstern.
Seine heutige Gestalt erhielt das Haus nach Hofer um 1763, als Emanuel Friedrich Fischer (1708–1773) seine Amtszeit als Landvogt von Thorberg beendete. Die Jahreszahl 1763 trägt auch ein Kachelofen der Werkstatt Gnehm im ersten Stock. Hofer schreibt den Entwurf Niklaus Sprüngli zu, und die Wikipedia-Liste der Kulturgüter zählt das Haus zu dessen herausragenden Werken. Stilistisch steht es am Übergang vom Louis XV zum Louis XVI. Die Front an der Kramgasse ist älter und stammt laut Hofer etwa aus den Jahren 1730 bis 1735.
Schon um 1700 soll das Haus eine Rolle in der Berner Wohnkultur gespielt haben: Nach einem späten Bericht Sigmund Wagners führte hier die Frau des Brigadiers Vincenz Stürler als Erste in Bern eine Innenausstattung im Stil Louis XIV ein. Hofer hält die Geschichte für ausgeschmückt, aber kaum erfunden; erhalten ist von dieser Ausstattung nichts. Von 1834 bis 1842 diente das Haus als Schulhaus der Burgerlichen Mädchenschule, später nutzte das benachbarte Konservatorium den zweiten Stock. 1945 wurde das Treppenhaus, 1951/52 die Südfront restauriert.
Das Detail, das man nicht verpassen sollte, sind die schmiedeeisernen Fenstergeländer an der Münsterplatzseite. Hofer sah in ihnen einen Höhepunkt der Kunstschmiedearbeit des Louis XV: Die Geländer im ersten und zweiten Stock sind aufeinander bezogen, und im zweiten Stock füllt ein Schnörkel wie eine Unterschrift das Mittelfeld.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Paul Hofer: Die Kunstdenkmäler des Kantons Bern, Bd. II (Die Stadt Bern: Gesellschaftshäuser und Wohnbauten), 1959, S. 301–304 (dort als Münsterplatz 2 / Kramgasse 25) · Wikipedia (de): Liste der Kulturgüter in Bern/Innere Stadt (Ost), KGS 9122 · Wikidata: Q19362493 · Wikipedia (de): Niklaus Sprüngli · Bauinventar der Stadt Bern: Untere Altstadt, alle Adressen (Übersicht, ohne Einzelbeschrieb)
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