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Kunst in Bern · Bauwerk

Häuser mit Passage an der Spitalgasse 36/38

Die Häuser Spitalgasse 36 und 38 in Bern baute Abraham Wild 1736 bis 1740; durch Nr. 36 führt seit 1905 die glasüberdachte Von-Werdt-Passage.

Häuser mit Passage an der Spitalgasse 36/38, Bern
Foto: Comstar70, Wikimedia Commons, CC0 · Quelle
Adresse
Schweizerhofpassage 1, Schweizerhofpassage 2, Schweizerhofpassage 3, Schweizerhofpassage 4 …
Baujahr
1736–1740; Passage 1904/05
Architekt
Abraham Wild; Passage Albert Gerster
Stil
Spätbarock
Schutz
Kulturgut von nationaler Bedeutung (A)
Schutz
Kulturgut von nationaler Bedeutung (KGS A), schützenswert (Bauinventar)

Über den Bau

Am oberen Ende der Spitalgasse, nahe der Heiliggeistkirche, stehen zwei gleich gegliederte Sandsteinfronten. Gebänderte Lisenen teilen sie in einen zweiachsigen Mittelteil und zwei schmale Seitenteile; über den Lauben folgen zwei Vollgeschosse und ein Attikageschoss. Die Häuser sind niedriger als die meisten Nachbarn und zeigen damit noch den Massstab, den die Gasse im 18. Jahrhundert hatte.

Die Geschichte des Ortes beginnt mit einem verworfenen Plan. Nach Paul Hofer kaufte der Rat 1725 hier vierzehn Häuser, liess sie abbrechen und 1726 die Fundamente für ein neues Burgerspital legen. Im Juni 1732 entschied man sich jedoch auf Rat des Architekten Joseph Abeille für den heutigen Standort „zwischen den Toren“ und verkaufte das Gelände an eine Gesellschaft von fünf Patriziern. Für sie errichtete Abraham Wild, der in Paris ausgebildet worden war, 1736 bis 1740 fünf gleichartige Häuser, die heutigen Nummern 34 bis 42. Wild legte die Wohnungen jeweils auf einem Geschoss an; das Bauinventar nennt die Häuser die ersten Berner Beispiele des Geschosswohnungsbaus. Erhalten sind nur Nr. 36 und 38.

1904/05 baute der Architekt Albert Gerster durch Nr. 36 die Von-Werdt-Passage. Dafür entfernte er den mittleren Laubenpfeiler und verband die beiden mittleren Bögen zu einem einzigen Korbbogen, was Hofer als Störung des Rhythmus empfand. Die Passage ist mit einer Stahl-Glas-Konstruktion mit Jugendstilornamenten gedeckt und gilt laut Kulturgüterliste als älteste und bedeutendste der Berner Passagen. Über ihr sind die Obergeschosse des Treppenhauses aus dem 18. Jahrhundert erhalten.

Nr. 38 beschrieb Hofer 1959 noch als nahezu intakte Anlage von 1736 mit Hof und Garten. Bei einem Umbau 1980 bis 1986 wurde die Fassade nach dem Bauinventar jedoch weitgehend ersetzt, und an die Stelle des historischen Hofgebäudes trat ein grosser Geschäftsneubau; heute liegt dort die Schweizerhof-Passage. Achten Sie an Nr. 36 auf die dreiblattförmigen Fensterbekrönungen, die Hofer als typisches Motiv Wilds bezeichnet.

Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Spitalgasse 36, 36B · Bauinventar der Stadt Bern: Spitalgasse 38 / Schweizerhof-Passage · Paul Hofer: Die Kunstdenkmäler des Kantons Bern, Bd. II (Die Stadt Bern: Gesellschaftshäuser und Wohnbauten), 1959, S. 440–442 · Wikipedia (de): Liste der Kulturgüter in Bern/Innere Stadt (West), KGS 9145 · Wikidata: Q19362495

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