Heiliggeistkirche
Die reformierte Heiliggeistkirche an der Spitalgasse 44 am Bahnhofplatz wurde 1726 bis 1729 von Werkmeister Niklaus Schiltknecht erbaut.

Besuch
- Anreise
- Direkt beim Bahnhof Bern, Spitalgasse 44.
- Geöffnet
- Dienstag bis Freitag 11 bis 18.30 Uhr, Sonntag 13 bis 17 Uhr (offene kirche bern).
- Eintritt
- Gratis.
- Zugang
- Mit Rollstuhl mit Begleitung zugänglich, Treppenlift vorhanden.
Stand 24. Oktober 2026. Quellen: offene kirche bern – Kontakt / Öffnungszeiten
- Adresse
- Spitalgasse 44
- Baujahr
- 1726–1729
- Architekt
- Niklaus Schiltknecht (Werkmeister); Projekte von Albrecht Stürler; Bauinventar nennt auch Daniel Stürler
- Stil
- Barock
- Heute
- reformierte Kirche und offene Kirche am Bahnhofplatz, Kulturgut von nationaler Bedeutung
- Schutz
- Kulturgut von nationaler Bedeutung (KGS A), schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Am Bahnhofplatz ist die Heiliggeistkirche einer der markantesten Blickpunkte. Sie steht frei, mit der Hauptfassade unmittelbar an der Spitalgasse. Vor die Front sind zwei gewaltige Paare einteiliger Säulen gestellt, die eine Portalädikula bilden und leicht in die Gasse vorspringen; darüber folgen ein kräftiger Segmentgiebel, Voluten und die Taube des Heiligen Geistes. Hinter der Fassade durchstösst der Turm das Satteldach und endet in einer welschen Haube mit Glockentürmchen und schlankem Helm.
Der Ort hat eine lange Vorgeschichte. Hier, damals rund 150 Meter vor dem Westtor der Stadt, betrieben die Brüder vom Orden des Heiligen Geistes ein Hospital mit Kapelle, die 1228 erstmals erwähnt ist. Ende des 15. Jahrhunderts entstand eine neue Kirche; die deutsche Wikipedia nennt 1496, die englische 1482 bis 1496. Nach der Reformation 1528 wurden die letzten zwei Ordensbrüder abgefunden, die Kirche diente als Kornmagazin und ab 1604 wieder teilweise dem Gottesdienst.
1725 beschloss der Rat einen Neubau. Albrecht Stürler legte mehrere Projekte vor, ausgeführt hat die Kirche von 1726 bis 1729 der Werkmeister Niklaus Schiltknecht; im November 1729 wurde sie eingeweiht. Wer welchen Anteil hatte, ist nicht ganz geklärt. Das Bauinventar nennt Schiltknecht sowie Albrecht und Daniel Stürler, die Wikipedia schreibt Schiltknecht unter anderem die Emporen, die Nordfassade und das einfache Satteldach zu. Das Historische Lexikon der Schweiz sieht in Schiltknecht (1687–1735) einen Pionier des neuen Berufs des Architekten in Bern. Bautypologisch ist die Kirche eine gestaffelte Emporenhalle, verwandt mit dem Temple de Charenton und der Fusterie in Genf.
Im Innern stehen 14 monolithische Sandsteinsäulen im Achteck; die Stuckdecke von Joseph Anton Feuchtmayer gilt als das Hauptwerk dieser Art in Bern. Die heutige Orgel baute die Firma Metzler 1980/81. Bis 1865 stand gleich westlich der Christoffelturm; mit ihm und den Stadtmauern bildete die Kirche den oberen Abschluss der Altstadt. Mit dem Bahnhof rückte sie immer mehr ins Zentrum des Stadtbilds. Heute dient sie neben dem Gottesdienst als offene Kirche mit Konzerten und Gesprächen. 1829/30 war hier übrigens der spätere Dichter Jeremias Gotthelf als Vikar tätig.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Spitalgasse 44 · Historisches Lexikon der Schweiz: Schiltknecht, Niklaus (Christoph Schläppi) · Wikipedia (de): Heiliggeistkirche (Bern) · Wikipedia (en): Church of the Holy Ghost, Bern · Wikidata: Q1595348
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