Haus Bim Zytglogge 1
Das Eckhaus Bim Zytglogge 1 in der Berner Altstadt wurde um 1506 neu gebaut; spätgotische Skulpturen schmücken seinen markanten Erker.

- Adresse
- Bim Zytglogge 1, Hotelgasse 2
- Baujahr
- um 1506; Umbauten 1676 und Mitte 18. Jh.; Auskernung 1975
- Architekt
- unbekannt; Bauherr Boley Gantner
- Stil
- Spätgotik, Fassaden 1676, Portal Régence
- Heute
- Wohn- und Geschäftshaus, Kulturgut von nationaler Bedeutung
- Schutz
- Kulturgut von nationaler Bedeutung (KGS A), schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Beim Zytglogge, an der Ecke zur Hotelgasse, ragt an einem Altstadthaus ein Erker über die Gasse. Er gehört zum Haus Bim Zytglogge 1, einem Kulturgut von nationaler Bedeutung, dessen Geschichte bis ins späte Mittelalter zurückreicht.
Von 1485 bis 1517 führte hier Boley Gantner die Herberge zur Sonne. Er gilt als reichster Berner seiner Zeit und liess das Haus um 1506 neu errichten. Nach zwei Besitzerwechseln wurde der Herbergsbetrieb um die Mitte des 16. Jahrhunderts aufgegeben. 1676 und noch einmal um die Mitte des 18. Jahrhunderts wurde das Haus umgebaut. Aus diesen Zeiten stammen die Fenster der Fassaden von 1676 sowie das Mansarddach und das Portal im Stil der Régence. 1975 wurde das Innere vollständig erneuert.
Der wertvollste Schmuck sind die spätgotischen Skulpturen am Erker. Original erhalten sind der stumpfe, kegelförmige Fuss und zwei fast vollplastische Köpfe in der Tracht ihrer Zeit, links und rechts vom Ansatz des Erkers. Das Wappenrelief an der Stirnseite mit einem Rüden und einem Schildhalter in Rüstung folgt einem Kupferstich von Martin Schongauer; wem das Wappen gehört, ist nicht geklärt. Dieses Relief und das Wappen der Familie Tribolet von 1676 an der Südseite sind Kopien von 1975.
Auch der Erker selbst wurde 1975 weitgehend rekonstruiert. Sein ursprünglicher spitzer Helm war schon 1676 durch eine geschweifte Haube ersetzt worden. Im Innern des Erkers liegt eine flach gewölbte Decke mit Rippen, die einen achtstrahligen Stern bilden.
Gehen Sie um das Haus herum zur Nordfassade. Dort findet sich ein Wandbild des Berner Malers Friedrich Traffelet von 1933, das laut Wikidata eine Szene mit Studenten und Passanten zeigt, ein „Ständli“.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: KGS-Inventar (Text GSK-Kunstführer): Haus Bim Zytglogge 1, KGS 696 (Archivkopie) · Bauinventar der Stadt Bern: Untere Altstadt, alle Adressen (nur Liste) · Wikidata: Q19362482
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