Patrizierhaus am Kornhausplatz 2
Das Eckhaus Kornhausplatz 2 an der Marktgasse entstand 1752–1756 als spätbarockes Patrizierhaus und wurde um 1900 um eine Achse und ein Geschoss verändert.

- Adresse
- Kornhausplatz 2
- Baujahr
- 1752–1756; Umbau 1896–1901
- Architekt
- unbekannt (Bauzeit); A. Müller (Umbau 1896–1901)
- Stil
- Spätbarock, Louis XV
- Lage
- Obere Altstadt
- Schutz
- Bundesschutz seit 1988 (Äusseres), schützenswert
- Schutz
- schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
An der Ecke von Kornhausplatz und Marktgasse, am Anfang der Häuserzeile, zu der auch das Kornhaus gehört, steht das einzige grosse Gebäude im Stil Louis XV in diesem Teil der Altstadt. Das Patrizierhaus entstand 1752 bis 1756 in anspruchsvollen spätbarocken Formen. Während die übrigen Bürgerhäuser der Westzeile des Kornhausplatzes von der Spätgotik geprägt sind, bildet dieses Kopfhaus gegen die Marktgasse die Ausnahme.
Beide Fronten, zur Gasse und zum Platz, sind nach demselben Prinzip gebaut. Das Laubengeschoss und das erste Obergeschoss mit gebänderten Lisenen wirken zusammen wie ein doppelstöckiger Sockel; darüber fassen grosse Pilaster zwei Vollgeschosse zusammen. Die fünf Achsen der Platzfront sind fein rhythmisiert: Die beiden äusseren und die mittlere treten leicht vor. Im ersten Obergeschoss sitzen Korbbogenfenster, darüber Stichbogenfenster, und Fenster wie Seiteneingang tragen Rocaille-Schmuck. Auch an der Gassenfront springen die Seitenachsen leicht vor und öffnen sich unter den Lauben mit Stichbögen, während die breitere Mitte einen Korbbogen hat.
Das heutige Aussehen ist nicht mehr ganz das ursprüngliche. Bis 1896/1901 hatte das oberste Geschoss Fenster in hochovaler Form und ein kräftiges Kranzgesims. Beim Umbau unter dem Berner Architekten A. Müller wurde dieses Geschoss durch hohe Fenster ersetzt, die tief ins Gesims einschneiden, und zwei Reihen Dachfenster kamen hinzu. Zugleich wurde das Nachbarhaus Kornhausplatz 4 in denselben Formen angeglichen und mit dem Altbau zusammengelegt, wodurch die Platzfront um zwei Achsen breiter wurde. Die Denkmalpflege nennt die Nummer 2 deshalb ein verändertes Haus innerhalb einer sonst sehr fein abgestimmten Häuserzeile.
1930 folgte ein weiterer Umbau durch den Baumeister Ghielmetti, 1985/86 ein Gesamtumbau mit Renovation der Fassaden. Dabei wurden auch die Malereien unter dem Dachvorsprung aus dem Jahr 1897 restauriert – ein Detail, das man vom Platz aus mit einem Blick nach oben findet. Das Äussere steht seit dem 22. Oktober 1988 unter Bundesschutz; das Haus ist als schützenswert eingestuft.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Kornhausplatz 2 · Bauinventar der Stadt Bern: Baugruppe Obere Altstadt · Wikidata: Q139714848
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