Haus Junkerngasse 39
Das Haus Junkerngasse 39 in der Berner Altstadt entstand um 1730 bis 1740 aus zwei älteren Häusern; sein kleiner Galeriehof gilt als besonders elegant.

- Adresse
- Junkerngasse 39
- Baujahr
- um 1730–1740 (Umgestaltung zweier älterer Häuser)
- Stil
- Barock (Régence bis Louis XV)
- Bauherr
- Albrecht von Diesbach oder Gabriel May (nach Hofer)
- Schutz
- Kulturgut von nationaler Bedeutung (A)
- Schutz
- Kulturgut von nationaler Bedeutung (KGS A), schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Die Junkerngasse war lange die bevorzugte Wohngasse der führenden Berner Familien. Paul Hofer zufolge hiess sie bis ins 16. Jahrhundert Kirchgasse, 1596 taucht der Name Edle Gasse auf und 1632 erstmals der heutige Name. Das Haus Nr. 39 steht auf der Südseite, deren Grundstücke zum Aarehang hin abfallen.
Bis ins 16. Jahrhundert bestanden hier zwei getrennte Häuser; die alten inneren Brandmauern sind im Vorderhaus noch vorhanden. Um 1730 bis 1740 wurden Nr. 39 und das Nachbarhaus Nr. 41 gemeinsam umgestaltet, wobei man nach Hofer die noch brauchbare mittelalterliche Substanz schonte. Als Bauherren von Nr. 39 nennt er Albrecht von Diesbach, gestorben 1738, oder Gabriel May; einen Architekten kennt man nicht. Die Laube mit kräftigen Pfeilern, Kreuzgratgewölben und einem breit gekehlten Stichbogenportal zählt Hofer zu den besten der Gasse.
An der Fassade lohnt ein genauer Blick über dem mittleren Laubenpfeiler: Ein Paar gefugter Lisenen verdeckt dort die Stelle, an der früher die Brandmauer zwischen den beiden Häusern lag. Das Hauptstück ist aber der kleine Innenhof. Vor die Brandmauern und die Hoffront des Hinterhauses sind Galerien mit Korbbögen gelegt, die den Hof hufeisenförmig umschliessen. Lisenen, Kämpfer und Balusterbrüstungen geben dem engen Raum viel Relief, ohne ihn zu überladen. Den Obeliskbrunnen im Hof hielt Hofer für eine spätere Zutat.
Am 30. Januar 1997 brach im Nachbarhaus Nr. 41 ein Brand aus, der grosse Teile der Häuser 35 bis 43 beschädigte. Die Dachstöcke der Häuser 37 bis 41 brannten vollständig ab, und das Löschwasser richtete in den übrigen Geschossen grosse Schäden an. Das Haus wurde danach wieder aufgebaut. Es ist ein Kulturgut von nationaler Bedeutung und gehört zum UNESCO-Welterbe Altstadt von Bern.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Paul Hofer: Die Kunstdenkmäler des Kantons Bern, Bd. II (Die Stadt Bern: Gesellschaftshäuser und Wohnbauten), 1959, S. 117–120, 192–193 · Wikipedia (de): Liste der Kulturgüter in Bern/Innere Stadt (Ost), KGS 9119 · Wikipedia (de): Junkerngasse · Wikidata: Q19362492 · Bauinventar der Stadt Bern: Untere Altstadt, alle Adressen (Übersicht, ohne Einzelbeschrieb)
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