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Kunst in Bern · Bauwerk

Morlothaus

Das Morlothaus an der Junkerngasse 32 in Bern ist ein spätbarockes Stadtpalais von Albrecht Stürler, gebaut gegenüber dem Erlacherhof.

Morlothaus, Bern
Foto: Krol:k, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 · Quelle
Adresse
Gerechtigkeitsgasse 47, Junkerngasse 32
Baujahr
um 1735–1740 (GSK) bzw. kurz vor 1740 (Lexikon) bzw. um 1750 (Tafel der Stadt)
Architekt
Albrecht Stürler
Stil
Spätbarock (Louis XV)
Heute
Wohnhaus seit 1999/2000; Kulturgut von nationaler Bedeutung
Schutz
Kulturgut von nationaler Bedeutung (KGS A), schützenswert (Bauinventar)

Über den Bau

An der Junkerngasse 32, gegenüber dem Erlacherhof, steht das Morlothaus, der anspruchsvollste Bau auf der Nordseite der Gasse. Die vierstöckige Fassade hat sechs Fensterachsen, die paarweise zusammengefasst sind; die beiden mittleren treten als Risalit hervor. Gebänderte Lisenen, ionische Pilaster über zwei Geschosse und skulptierte Fensterbekrönungen setzen die Akzente.

Gebaut hat es Albrecht Stürler, nach dessen Plänen auch der Erlacherhof entstand. Die Datierungen unterscheiden sich: Der Kunstführer der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte nennt um 1735 bis 1740, das Historisch-Topographische Lexikon der Stadt Bern kurz vor 1740, die Informationstafel der Stadt um 1750. Bauherr war Johann Ludwig von Bonstetten. Die städtische Tafel deutet den Bau im reifen Louis-XV-Stil als Antwort auf den Neubau des Erlacherhofs gegenüber.

Die gleiche Tafel weist auf eine Besonderheit hin: Die Fassade gibt die Raumaufteilung nicht wieder. Auf jedem Stockwerk treffen zwei Salons genau in der Mitte der Fassade aufeinander und greifen so über den Mittelteil hinweg. Das Haus gilt deshalb als frühes Beispiel für Wohnungen, die je ein ganzes Stockwerk einnehmen.

Später gehörte das Haus der Familie von Morlot, einem Berner Patriziergeschlecht aus Lothringen, das seit 1600 das Burgerrecht der Stadt besitzt. 1879/80 legte Rudolf Ischer es mit dem Vorderhaus Gerechtigkeitsgasse 47 zusammen und baute es innen um, vor allem im zweiten Obergeschoss in neubarocken Formen. Im Mai 1913 verkaufte Albert von Morlot beide Häuser an die Stadt, die sie als Verwaltungsgebäude nutzte. Bei Umbauten in den 1950er und 1960er Jahren ging viel alte Bausubstanz verloren. 1999/2000 wurde das Haus gesamthaft renoviert und wieder zu einem Wohnhaus. Ein Detail zum Suchen: die Kolossalpilaster mit ionischen Kapitellen im Mittelteil der Fassade.

Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: KGS-Inventar (Text GSK-Kunstführer): Morlot-Haus / Junkerngasse 32, KGS 11716 · Historisch-Topographisches Lexikon der Stadt Bern: Morlot-Haus · Stadt Bern: Altstadtbeschriftung, Texte dreisprachig (Tafel A32 Morlothaus, A35 Erlacherhof) · Wikipedia (de): Morlot (Patrizierfamilie) · Wikipedia (de): Liste der Kulturgüter in Bern/Innere Stadt (Ost) · Bauinventar der Stadt Bern: Untere Altstadt (Listeninventar) · Wikidata: Q19362491

Lage in Bern
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