Bärn Kit BlogApps · Kunst · Essen retten – in Bern
Kunst in Bern · Bauwerk

Haus an der Kramgasse 7

Das Haus Kramgasse 7 in der Berner Altstadt bewahrt einen Hof von 1559 mit Treppenturm, der als bedeutendstes spätgotisches Profanensemble der Stadt gilt.

Haus an der Kramgasse 7, Bern
Foto: Geri340, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 · Quelle
Adresse
Kramgasse 7
Baujahr
1559; Ausstattung 1645; Gassenfassade um 1700
Stil
Spätgotik
Schutz
Kulturgut von nationaler Bedeutung (A)
Schutz
Kulturgut von nationaler Bedeutung (KGS A), schützenswert (Bauinventar)

Über den Bau

Von der Kramgasse aus wirkt Nummer 7 unauffällig. Über dem Laubenbogen von 1559, der noch auf zwei ältere Hauseinheiten zurückgeht, erhebt sich eine schmucklose Fassade mit fünf Achsen aus Rechteckfenstern; im vierten Stock sitzen ungewöhnliche, niedrige Mezzaninfenster. Diese Front entstand erst um 1700. Den eigentlichen Wert des Hauses sieht man von der Gasse aus nicht: Der Kunstführer der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte bezeichnet den Hof als grossartig, als nahezu vollständig im Zustand von 1559 erhalten und als eindrücklichstes profanes Ensemble der Spätgotik in Bern.

Das Haus wurde 1559 erbaut, 1645 neu ausgestattet und um 1700 mit der neuen Gassenfassade versehen. Sein Hof reicht bis zur Münstergasse 6 durch, dem Unteren Mayhaus, dessen Treppenturm laut Wikipedia-Liste der Kulturgüter mit Kramgasse 7 verbunden ist. Die Hoffassade hat zwei Achsen mit Kuppelfenstern, deren Gewände von sich kreuzenden Rundstäben gerahmt sind; die Füsse der Stäbe sind reich skulptiert. In der Nordwestecke steigt ein fünfgeschossiger Treppenturm mit Fachwerkaufsatz und Spitzhelm auf, an seinem doppelt gestuften Sockel ist die originale dekorative Steinbearbeitung erhalten. Die Galerien aus Fachwerk im Hof stammen aus dem 18. Jahrhundert.

Die Farbigkeit geht auf ein Konzept von 1929 zurück, das wohl auf einem historisierend gedeuteten Befund beruhte; 1990 wurde die Bemalung vollständig erneuert. Im Innern ist nach dem Kunstführer die Raumaufteilung von 1559 mit je zwei Räumen zur Gasse und zum Hof unverändert erhalten, dazu Konsolen mit Kindermasken und Wappenschildern sowie getäferte Räume aus der Zeit um 1700. Die reiche Ausstattung von 1645 befindet sich heute im Bernischen Historischen Museum.

Das Haus ist als Kulturgut von nationaler Bedeutung eingestuft und liegt in der Unteren Altstadt, die zum UNESCO-Welterbe gehört. Die Kramgasse selbst wurde zwischen 1705 und 1745 grösstenteils barock überformt; Kramgasse 7 zeigt, wie viel Spätgotik hinter einer solchen Front erhalten bleiben konnte. Achten Sie auf die Mezzaninfenster im obersten Geschoss, das auffälligste Detail der Gassenfassade.

Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: KGS-Inventar / GSK Kunstführer: Kramgasse 7 (KGS 9109), archivierte Fassung · Wikipedia (de): Liste der Kulturgüter in Bern/Innere Stadt (Ost) · Wikipedia (de): Kramgasse (Bern) · Bauinventar der Stadt Bern: Untere Altstadt, alle Adressen · Wikidata: Q110903183

Lage in Bern
Auf der Karte

Kramgasse 7

Karte öffnen

Bauten in der Nähe

Gesellschaftshaus zu Pfistern10 mUnteres Mayhaus20 mDiesbachhaus an der Münstergasse30 mKreuzgassbrunnen30 mSinner-Haus an der Gerechtigkeitsgasse 8150 mLösch-BrunnenKunstwerk · 80 mVennerbrunnenKunstwerk · 90 mHauptportal Münster Bern / Jüngstes GerichtKunstwerk · 90 m

Alle Bauten von A bis Z · Architektur & Denkmäler: Berns geschützte Bauten auf der Karte · Sehenswürdigkeiten in Bern

Einstufung und Adresse: Bauinventar © Amt für Kultur des Kantons Bern · Objektblatt (PDF) · Wikidata. Fehler gefunden? Schreib an hallo@uebrig.ch.