Dreifaltigkeitskirche mit Pfarrhaus und „La Prairie“
Die katholische Dreifaltigkeitskirche an der Taubenstrasse 6 wurde 1896 bis 1899 nach dem Vorbild von San Zeno in Verona gebaut, daneben steht die Prairie.

- Adresse
- Sulgeneckstrasse 7, Taubenstrasse 4, Taubenstrasse 6
- Baujahr
- Kirche 1896–1899, Pfarrhaus 1896–1898, La Prairie wohl um 1734
- Architekt
- Heinrich Viktor von Segesser (mit Henry Berthold von Fischer)
- Stil
- Neuromanik nach lombardischem Vorbild
- Heute
- Römisch-katholische Pfarrkirche (Basilica minor), Pfarrhaus und Pfarreihaus
- Schutz
- Kulturgut von regionaler Bedeutung (KGS B), schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Wer durch die Schwanengasse nach Süden geht, hat den Turm der Dreifaltigkeitskirche genau vor sich. Die Kirche an der Taubenstrasse ist eine dreischiffige Basilika mit drei Apsiden und einem rund 45 Meter hohen Turm zwischen Hauptfassade und Pfarrhaus. Ihre Mauern zeigen ein Wechselspiel aus gelblich-weissem Jurastein und Backstein. Über dem Portalvorbau sitzt ein grosses Radfenster mit zwölf Speichen. Grundriss und Aufriss lehnen sich eng an die Kirche San Zeno in Verona an; nach dem Bauinventar gehört der Bau damit zu den seltenen historistischen Bauten Berns, die einem bestimmten Vorbild folgen.
Nach der Reformation war katholischer Gottesdienst in Bern lange verboten, und die katholische Gemeinde behalf sich bis Ende des 19. Jahrhunderts mit Provisorien. Auf Initiative von Pfarrer Jakob Stammler wurde 1889 das Grundstück gekauft. Den Wettbewerb gewann der Luzerner Architekt Heinrich Viktor von Segesser, der laut Historischem Lexikon der Schweiz zugleich Kommandant der Gotthard-Division war; ausgeführt wurde der Bau unter Mitarbeit von Henry Berthold von Fischer. Weil Berner Steinbrüche der Gemeinde im Kulturkampf keinen Sandstein lieferten, kamen Granit aus Wassen, Gneis aus dem Tessin und Jurastein aus Saint-Imier und Laufen zum Einsatz. Am 18. Juni 1899 wurde die Kirche geweiht, 1956 erhob sie der Papst zur Basilica minor.
Gleichzeitig mit der Kirche entstand 1896 bis 1898 das Pfarrhaus an der Taubenstrasse 4. Seine Fassaden aus rot und gelb gebändertem Backstein, die Rundbogenfenster und die Laterne auf dem Dach nehmen die lombardische Romanik auf und bilden mit der Kirche eine Gruppe. Im Innern der Kirche wurde die Ausmalung in Etappen bis 1922 vollendet, 1972/73 teilweise überdeckt und 2003 bis 2007 erneuert, unter anderem mit einer neuen Bemalung der Apsiden durch Jörg Niederberger.
An der Sulgeneckstrasse 7 steht das Landhaus „La Prairie“, das wahrscheinlich um 1734 erbaut wurde; Wikipedia nennt einen Kern aus dem Jahr 1450. Es hiess ursprünglich Matte und gehörte unter anderem den Familien Wagner, von Tavel und May. Die Pfarrei kaufte es zwischen 1921 und 1931. Für ein neues Kirchgemeindezentrum sollte das Haus in den 1970er-Jahren weichen, nach Protesten und einer Neubeurteilung blieb das Haus erhalten und wurde 1991/92 renoviert. Heute dient es als Pfarreihaus mit einem offenen Mittagstisch.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Taubenstrasse 6 · Bauinventar der Stadt Bern: Taubenstrasse 4 · Bauinventar der Stadt Bern: Sulgeneckstrasse 7 · Wikipedia (de): Dreifaltigkeitskirche (Bern) · Historisches Lexikon der Schweiz: Heinrich Viktor von Segesser · Wikidata: Q1257641
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