Synagoge Bern
Die Synagoge an der Kapellenstrasse 2 in Bern baute Eduard Rybi 1905/06 in maurisch-orientalisierenden Formen; eingeweiht wurde sie im September 1906.

- Adresse
- Kapellenstrasse 2
- Baujahr
- 1905–1906
- Architekt
- Eduard Rybi sen., in enger Zusammenarbeit mit Eduard Rybi jun.
- Stil
- Maurisch-orientalisierend
- Heute
- Synagoge und Gemeindezentrum der Jüdischen Gemeinde Bern
- Schutz
- Kulturgut von regionaler Bedeutung (KGS B), schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
An der Ecke von Kapellenstrasse und Sulgeneckstrasse, eingereiht in geschlossene Häuserzeilen, fällt ein Bau durch seine Farben und ungewohnten Formen auf. Die Ostfassade trägt einen Giebel mit Rundfenster, die Südseite eine fünfteilige Fensterarkade in der Mitte. Das Erdgeschoss ist gelb gebändert und hat Rundbogenfenster; an der Dachlinie laufen ein Fries aus kleinen Rundbögen und eine Bekrönung entlang, die an einen Zinnenkranz erinnert.
Nach der Vertreibung der Juden im Spätmittelalter entstand die erste neuzeitliche Synagoge Berns um 1812 an der Zeughausgasse. Später fand sie einen Platz an der Aarbergergasse 22, ab 1855 dann an der heutigen Genfergasse 11. Für den Neubau beauftragte der Cultusverein der Israeliten der Stadt Bern den Berner Architekten und Baumeister Eduard Rybi, der eng mit seinem gleichnamigen Sohn zusammenarbeitete. Das Bauinventar nennt die Synagoge ein wichtiges Frühwerk des Sohnes, der gleichzeitig mit Ernst Salchli die anglikanische Kirche am Jubiläumsplatz baute. Am 10. September 1906 weihte Rabbiner Martin Littmann das Haus ein, vor Delegationen anderer jüdischer Gemeinden, der Behörden, der Universität und des Burgerrats. Bundespräsident Ludwig Forrer bedauerte am Tag darauf in einem Brief, dass er nicht dabei sein konnte.
Den maurisch-orientalisierenden Stil zeigen viele Synagogen in der Schweiz, etwa in Basel, Biel, Delsberg, St. Gallen und Zürich. In Bern ist er in dieser Form nach dem Bauinventar einmalig. Auch der schlichte, feierliche Innenraum ist ausgesprochen farbig gestaltet.
Auf der Westseite stand früher ein jüdisches Gemeindehaus, das 1969 abgebrochen wurde. 1969 bis 1971 errichtete der Architekt Alfred Bürki an seiner Stelle einen Neubau, dessen Fassade ein Raster aus Beton bildet, zusammengesetzt aus sich überschneidenden Davidsternen; 1998 wurde dieses Raster ersetzt. 1976 wurde der Innenraum der Synagoge renoviert, 1983 kamen Fluchtwege und Sicherheitsschleusen hinzu. Hier hat die Jüdische Gemeinde Bern ihr Zentrum. Die Synagoge ist ein Kulturgut von regionaler Bedeutung.
Ein Detail: die Davidsterne im Betonraster des westlichen Anbaus.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Kapellenstrasse 2 · Wikipedia (de): Synagoge (Bern) · Jewish Guide Europe: Synagogue and community center of Bern · Wikidata: Q2374965
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