Bärn Kit BlogApps · Kunst · Essen retten – in Bern
Kunst in Bern · Bauwerk

Kirchbergerhaus

Das Kirchbergerhaus an der Kramgasse 61 in Bern entstand um 1718/19 und zeigt als erstes Berner Privathaus eine Fassade mit grosser Pilasterordnung.

Kirchbergerhaus, Bern
Foto: WillYs Fotowerkstatt, Wikimedia Commons, CC BY 3.0 · Quelle
Adresse
Kramgasse 61
Baujahr
um 1718/19; Umbau 1771
Architekt
Hans Jakob Dünz oder Samuel Baumgartner (Zuschreibung)
Stil
Frühbarock mit grosser Pilasterordnung
Bauherr
Friedrich Kirchberger, Landvogt von Sumiswald
Schutz
Kulturgut von nationaler Bedeutung (A)
Schutz
Kulturgut von nationaler Bedeutung (KGS A), schützenswert (Bauinventar)

Über den Bau

An der Kramgasse 61 steht eine sechs Achsen breite Fassade, die ganz von senkrechten Linien bestimmt wird. Sieben schlanke toskanische Pilaster reichen über den ersten und zweiten Stock; ihnen entsprechen gleich breite Vorlagen an den Laubenpfeilern, kurze Pilaster am Attikageschoss und glatte Vorlagen bis unter das Dach. Risalite, Balkone oder Bauplastik gibt es nicht. Paul Hofer kannte keine andere Berner Bürgerhausfassade, bei der die Senkrechten so stark dominieren.

Bauherr war Friedrich Kirchberger. Gegen Ende seiner Amtszeit als Landvogt von Sumiswald (1713–1719) liess er das Haus nach Hofer von Grund auf neu errichten; nur das um 1660 gebaute Hinterhaus an der Kesslergasse blieb stehen. Typengeschichtlich ist die Front bedeutsam, weil sie die erste sogenannte grosse Ordnung, also Pilaster über mehrere Geschosse, an einem Berner Privathaus zeigt. Einziger vergleichbarer Bau dieser Jahre ist das Grosse Kornhaus von 1711 bis 1718; als Entwerfer kommen deshalb Hans Jakob Dünz oder Samuel Baumgartner in Frage, der Bauleiter am Kornhaus.

1771 wurde das Haus gründlich umgestaltet. Aus dieser Zeit stammen nach Hofer die Aufteilung des Erdgeschosses, das halbrund geschlossene Treppenhaus und der Küchentrakt, der mit geschwungenen Flanken in den Hof vorspringt. Die Innenausstattung wurde damals ganz erneuert; Hofer beschreibt unter anderem vier Kachelöfen von Peter Gnehm, zwei davon 1771 datiert.

An der Fassade erinnert eine Gedenktafel an Niklaus Friedrich von Steiger, von 1787 bis 1798 Schultheiss von Bern; er wohnte laut Wikipedia in diesem Haus. Im 20. Jahrhundert lebte hier während seiner Amtszeit Bundesrat Max Petitpierre. Das Haus ist ein Kulturgut von nationaler Bedeutung.

Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Paul Hofer: Die Kunstdenkmäler des Kantons Bern, Bd. II (Die Stadt Bern: Gesellschaftshäuser und Wohnbauten), 1959, S. 273–274 · Wikipedia (de): Liste der Kulturgüter in Bern/Innere Stadt (Ost), KGS 9118 · Wikipedia (de): Kramgasse · Wikidata: Q19362500 · Bauinventar der Stadt Bern: Untere Altstadt, alle Adressen (Übersicht, ohne Einzelbeschrieb)

Lage in Bern
Auf der Karte

Kramgasse 61

Karte öffnen

Bauten in der Nähe

Oberes Mayhaus30 mWattenwylhaus an der Herrengasse 23100 mTscharnerhaus an der Herrengasse 4100 mTscharnerhaus am Münsterplatz100 mGesellschaftshaus zu Kaufleuten110 mZähringer-BrunnenKunstwerk · 20 mDachspeierKunstwerk · 70 mDrei FigurenKunstwerk · 80 m

Alle Bauten von A bis Z · Architektur & Denkmäler: Berns geschützte Bauten auf der Karte · Sehenswürdigkeiten in Bern

Einstufung und Adresse: Bauinventar © Amt für Kultur des Kantons Bern · Objektblatt (PDF) · Wikidata. Fehler gefunden? Schreib an hallo@uebrig.ch.