Obergericht des Kantons Bern
Das Obergericht des Kantons Bern an der Hochschulstrasse 17 ist ein neubarocker Sandsteinbau von 1906–1910 auf der Grossen Schanze.

- Adresse
- Hochschulstrasse 17
- Baujahr
- 1906–1910 (Bauinventar) bzw. 1908–1910 (Lexikon); Ostflügel 1915 bzw. 1915–1917
- Architekt
- Bracher & Widmer (Wilhelm Bracher, Friedrich Widmer); laut Lexikon Bracher, Widmer & Daxelhoffer
- Stil
- Neubarock (Berner Barock)
- Heute
- Sitz des Obergerichts des Kantons Bern
- Schutz
- Kulturgut von regionaler Bedeutung (KGS B), schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Am Rand der Grossen Schanze, über der Altstadt, steht das Obergericht des Kantons Bern, ein mächtiger Sandsteinbau in neubarocken Formen. Seine breite Südfront bestimmt das Bild beim Eingang zur Länggasse. Als letztes der öffentlichen Gebäude auf der Grossen Schanze gehört es zu der Reihe von Monumentalbauten, die als ‚Stadtkrone‘ die Silhouette über der Altstadt bilden.
Bis 1831 tagte das Obergericht im Chorhaus, danach im Rathaus. 1905 wurde ein Wettbewerb für ein eigenes Gebäude durchgeführt. Den Auftrag erhielten die Architekten Bracher und Widmer; die Wikipedia-Liste der Kulturgüter nennt Wilhelm Bracher und Friedrich Widmer, das Historisch-Topographische Lexikon der Stadt Bern die Firma Bracher, Widmer & Daxelhoffer. Das Siegerprojekt trug den Titel ‚Nach alter Berner Art‘, und der Bau greift tatsächlich auf den Berner Barock zurück, was das Bauinventar als eher konservative Haltung wertet. Die Bauzeit wird mit 1906 bis 1910 (Bauinventar) beziehungsweise 1908 bis 1910 (Lexikon und Baugruppenblatt) angegeben.
Zuerst entstand ein gestreckter Baukörper; 1915 kam auf der Ostseite ein Flügel entlang der Schanzenstrasse hinzu, laut Lexikon von 1915 bis 1917, sodass eine Winkelanlage entstand. 1916 folgte die Freitreppe. Beide Teile sind dreigeschossig, stehen auf einem Sockel aus Kalkstein und tragen steile, geknickte Walmdächer. Die Südfront zählt 15 Achsen. Ihr fünfachsiger Mittelteil trägt einen Giebel in Segmentbogenform mit Figurenschmuck; über dem Eingang mit einer reich verzierten Kartusche fassen ionische Dreiviertelsäulen die beiden Obergeschosse zusammen. An der Nordseite betonen der Eingang und ein grosses Korbbogenfenster mit bemalten Gläsern die Mitte.
Im Volksmund erhielt das Gebäude bald den Spitznamen ‚Gspaltenhorn‘, in Anlehnung an Berggipfel wie Schreckhorn, Faulhorn und Wetterhorn. Bauherr war der Staat Bern; heute hat hier das Obergericht des Kantons seinen Sitz. Ein Detail zum Suchen: das Korbbogenfenster mit den bemalten Gläsern über dem Eingang an der Nordseite.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Hochschulstrasse 17 · Bauinventar der Stadt Bern: Baugruppe Grosse Schanze · Historisch-Topographisches Lexikon der Stadt Bern: Obergericht · Wikipedia (de): Liste der Kulturgüter in Bern/Länggasse-Felsenau · Wikidata: Q29651718
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