Wohn- und Geschäftshaus am Falkenplatz 22/24 und an der Hallerstrasse 1
Das schlossartige Wohn- und Geschäftshaus am Falkenplatz 22/24 und an der Hallerstrasse 1 in der Berner Länggasse wurde 1899–1900 gebaut.

- Adresse
- Falkenplatz 22, Falkenplatz 24, Hallerstrasse 1
- Baujahr
- 1899–1900
- Architekt
- C. D. Gottschalk, Bern
- Stil
- Historismus, schlossartiger Mietshausbau
- Bauherr
- N. Iseli, Liegenschaftshändler
- Schutz
- Kulturgut von regionaler Bedeutung (B, KGS 744); RRB 1983; Bundesschutz 1998
- Schutz
- Kulturgut von regionaler Bedeutung (KGS B), schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Wer von der Innenstadt in die Länggasse hinaufgeht, trifft am Falkenplatz auf ein Mietshaus, das eher an ein Schloss erinnert. Die dreiteilige Häuserreihe knickt zur Hallerstrasse hin ab und wurde 1899 bis 1900 nach Plänen des Berner Architekten C. D. Gottschalk für den Liegenschaftshändler N. Iseli errichtet. Im Erdgeschoss waren von Anfang an Läden vorgesehen.
Das Haus gehört zu einer Bauwelle. Nachdem 1858 der Bahnhof angelegt war, richteten Bauspekulanten ihren Blick auf das Plateau der Vorderen Länggasse. Die Stadt vermass das Quartier 1866 bis 1868 als erstes überhaupt, legte ab 1870 Strassen an, und 1873 genehmigte die Regierung den Baulinienplan. Die Tramlinie nach Wabern von 1895 gab der Bautätigkeit weiteren Schub; in diesen Jahren wuchsen rund um den Falkenplatz und am Falkenhöheweg mehrere Häuser mit sichtbarem Mauerwerk und schlossähnlicher Silhouette empor.
Der viergeschossige Bau trägt ein Mansarddach. Ecktürmchen mit Zwiebelhauben über verglasten Eckerkern und Dachaufbauten mit Kuppeln bestimmen die Silhouette. Das Erdgeschoss ist aus Granitquadern gefügt, die Obergeschosse aus Sandstein und Sichtbackstein. In den Seitenteilen tragen kannelierte Pilaster über zwei Geschosse das Kranzgesims; Drillingsfenster, Granitbalkone mit gebauchten Schmiedeeisengittern sowie Blumengehänge und Frauenköpfe über den Fenstern schmücken die Front. Im Mittelteil öffnet sich ein neuromanisches Rundbogenportal mit Atlanten in den Zwickeln, darüber steht ein zweigeschossiger Aufbau mit Kuppel. Nur die Rückseite ist schlicht verputzt.
Die Denkmalpflege bezeichnet den Bau als palastartiges Mietshaus mit aussergewöhnlich reichen Stirnseiten und hebt seine Rolle am Eingang des Quartiers hervor. Er steht seit 1983 durch Regierungsratsbeschluss unter kantonalem Schutz, seit 1998 auch unter Bundesschutz, und ist im Schweizerischen Inventar der Kulturgüter als Objekt von regionaler Bedeutung eingetragen. Ein Blick nach oben zu den Zwiebeltürmchen lohnt sich.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Falkenplatz 22, 24 / Hallerstrasse 1 · Wikidata: Q28653578 · Bauinventar der Stadt Bern: Baugruppe Vordere Länggasse
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