Suva-Haus
Das Suva-Haus an der Ecke Laupen- und Seilerstrasse in Bern ist ein Bürohaus des Neuen Bauens, entworfen von Otto Rudolf Salvisberg mit Otto Brechbühl.

- Adresse
- Laupenstrasse 11, Laupenstrasse 9, Seilerstrasse 3
- Baujahr
- 1930–1932 (Bauinventar) bzw. 1930/31 (Nicolai)
- Architekt
- Otto Rudolf Salvisberg und Otto Brechbühl
- Stil
- Neues Bauen
- Heute
- Büro- und Geschäftshaus mit Läden und Wohnungen
- Bauherrschaft
- Schweizerische Unfallversicherungsanstalt Suva, Luzern
- Schutz
- Kulturgut von nationaler Bedeutung (KGS A), schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
An der Ecke von Laupen- und Seilerstrasse schwingt sich eine mit Travertin verkleidete Fassade in weitem Bogen um das Grundstück. Regelmässige, breite Fenster gliedern sie, und links und rechts rahmen zwei vorspringende Treppentürme die Front, die über das zurückversetzte Attikageschoss hinausreichen. Das Erdgeschoss mit Läden ist durch anderes Material und ein weit auskragendes Vordach abgesetzt. Erhalten sind auch die originalen Buchstaben SUVAHAUS aus Bronze.
Den Bau gab die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt Suva aus Luzern in Auftrag. Nach einem Wettbewerb errichteten Otto Rudolf Salvisberg (1882–1940) und sein Partner Otto Brechbühl das Haus als Skelettbau aus Stahlbeton. Die Daten unterscheiden sich: Das Bauinventar nennt 1930 bis 1932 und beschreibt fünf Geschosse mit Attika, der Kunsthistoriker Bernd Nicolai spricht 2013 von nur 16 Monaten Bauzeit 1930/31 und von sechs Geschossen. Salvisberg hatte zuvor lange in Berlin gearbeitet; dort entstanden von 1912 bis 1933 etwa fünfzig seiner Projekte. Nicolai sieht im Suva-Haus ein Stück Berliner Architektur in Bern und vergleicht es mit dem Warenhaus Schocken von Erich Mendelsohn in Chemnitz.
Die Krümmung ergibt sich nicht aus dem Strassenverlauf, sondern war nach Nicolai ein bewusster Entscheid der Architekten: Sie sollte viel Sonne in die Büros bringen und einen deutlichen Akzent im Stadtbild setzen. Gedacht war der Bau als Auftakt für eine Erweiterung der Stadt nach Westen. Das Bauinventar nennt ihn das wohl markanteste Geschäftshaus der Berner Moderne.
1969 wurden die Fenster ersetzt und weiter nach innen gesetzt. Im südlichen Anbau an der Seilerstrasse 3 liegen Wohnungen. Im ersten Obergeschoss sind laut Bauinventar die ursprüngliche Schalterhalle und ein Zimmer mit originaler Einrichtung erhalten. Das Haus steht seit 1990 unter Denkmalschutz und ist ein Kulturgut von nationaler Bedeutung.
Ein Detail: Achten Sie auf die Bronzebuchstaben SUVAHAUS, die seit der Bauzeit an der Fassade sitzen.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Laupenstrasse 9, 11 / Seilerstrasse 3 · Bernd Nicolai: Als Bern Grossstadt werden wollte, Der Bund, 5.1.2013 (BSA Baustelle) · Wikidata: Q19362515
Bauten in der Nähe
Hotel National110 mWidmann-Brunnen150 mEhemaliges Gebäude der Schweizerischen Mobiliar260 mVilla Frisching mit Kocherpark270 mObergericht des Kantons Bern270 mDenkmal Adrian von BubenbergKunstwerk · 140 mBlaudrosselKunstwerk · 150 mBüste Theodor KocherKunstwerk · 160 mEinstufung und Adresse: Bauinventar © Amt für Kultur des Kantons Bern · Objektblatt (PDF) · Wikidata. Fehler gefunden? Schreib an hallo@uebrig.ch.