Hauptgebäude der Universität Bern
Das Hauptgebäude der Universität Bern an der Hochschulstrasse 4 auf der Grossen Schanze wurde von 1900 bis 1903 nach Plänen von Hodler und Joos gebaut.

- Adresse
- Hochschulstrasse 4
- Baujahr
- 1900–1903, eingeweiht am 4. Juni 1903
- Architekt
- Alfred Hodler und Eduard Joos
- Stil
- Historismus (Neurenaissance, Neubarock)
- Heute
- Zentraler Bau der Universität Bern mit Aula und juristischer Bibliothek
- Schutz
- Kulturgut von nationaler Bedeutung (KGS A), schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Über dem Bahnhof, auf der Grossen Schanze, wendet sich ein langer Sandsteinbau mit Kuppeln der Stadt zu. In der Mitte tritt ein mächtiger, überkuppelter Bauteil vor, an den Enden der Flügel wiederholen kleinere Kuppeln das Motiv. Über dem Eingang steht auf der Balustrade eine Statue der Wissenschaft von Alfred Lanz. Nur die Hauptfront und die angrenzenden Flügel sind aus Sandstein; die übrigen Fassaden wurden aus Kostengründen in Backstein und Zementstein ausgeführt.
Vorher hatte die Universität die Gebäude des ehemaligen Barfüsserklosters an der Herrengasse genutzt. 1897 bot die Stadt an, sie zu kaufen, weil sie dort ein neues Casino bauen wollte; das alte musste dem Bundeshaus weichen. 1898 schrieben Kanton und Universität einen Wettbewerb aus. Ihn gewannen der Berner Alfred Hodler und Eduard Joos aus Schaffhausen, die beide an der École des Beaux-Arts in Paris studiert hatten. Die Jury lobte die Gliederung in mehrere Pavillons. Gebaut wurde von 1900 bis 1903, eingeweiht am 4. Juni 1903. Die Kosten von 1,2 Millionen Franken trugen die Stadt mit 700 000 und der Kanton mit 500 000 Franken. Die Kuppeln wurden auf Wunsch der Unternehmer höher als im Wettbewerbsentwurf.
Die Anlage hat einen U-förmigen Grundriss. Weil das Gelände abfällt und Nachbarbauten Rücksicht verlangten, stossen die beiden Flügel nicht im rechten Winkel an den Mittelbau. Das Erdgeschoss ist mit kräftigen Polsterquadern verkleidet, darüber fassen Halbsäulen und Pilaster zwei Obergeschosse zusammen. Das Bauinventar spricht von Formen der Neurenaissance und des Neubarocks; die Universität selbst erwähnt, dass Zeitgenossen den Bau als palladianische Renaissance sahen. Nach Wikipedia gehört er zu den letzten grossen Prachtbauten, die Bern noch ganz im Geist des 19. Jahrhunderts errichtete.
Innen führt ein prächtiges Treppenhaus, dessen Kuppel Otto Haberer 1903 ausmalte, nach oben, bis unter die Hauptkuppel, die mit Allegorien der Fakultäten bemalt ist. Das Auditorium Maximum hat Wandbilder von Max von Mühlenen aus dem Jahr 1945, die Aula eine kassettierte Decke und ein Wandbild von W. Clénin von 1934. Zum 150-Jahr-Jubiläum der Universität 1984 wurde das Haus vorsichtig modernisiert; 1986 entstand unter dem Hof die Bibliothek der Juristischen Fakultät, 2002 folgte eine Erdbebenertüchtigung. Das Gebäude ist ein Kulturgut von nationaler Bedeutung und bildet mit den anderen öffentlichen Gebäuden auf der Grossen Schanze eine Gruppe.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Hochschulstrasse 4 · Universität Bern: Main building Hochschulstrasse 4 · Wikipedia (de): Hauptgebäude der Universität Bern · Wikidata: Q1589476
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