Gebäude der Schweizerischen Nationalbank
Der Berner Sitz der Schweizerischen Nationalbank am Bundesplatz ist ein neubarocker Bau von Eduard Joos, eingeweiht am 20. Januar 1912.

- Adresse
- Amthausgasse 21, Bundesplatz 1
- Baujahr
- 1909–1911 (Bauinventar), 1909–1914 (GSK-Kunstführer), 1908–1912 (HLS); eingeweiht 20. Januar 1912
- Architekt
- Eduard Joos
- Stil
- Neubarock
- Heute
- Sitz der Schweizerischen Nationalbank in Bern
- Schutz
- Kulturgut von nationaler Bedeutung (KGS A), schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Wer die Bundesgasse entlang zum Bundesplatz blickt, hat die Nationalbank genau vor sich: Ihr vorspringender Mittelteil bildet den Abschluss der Strassenachse. Über einem hohen Sockel mit vergitterten Fenstern und Türen fassen Wandpfeiler und ein Gebälk zwei Hauptgeschosse zusammen, darüber folgt eine Attika. In den drei mittleren Achsen stehen ionische Halbsäulen über zwei Geschosse, bekrönt von einem grossen Segmentbogen mit Bauschmuck, zwei Statuen und zwei Vasen mit Girlanden.
Entworfen hat das Haus der aus Schaffhausen stammende Architekt Eduard Joos (1869–1917), der ab 1901 in Bern ein eigenes Büro führte und dort auch das Bundeshaus Nord und das Warenhaus Kaiser baute. Bauherrin war die Nationalbank. Die Angaben zur Bauzeit gehen auseinander: Das städtische Bauinventar nennt 1909 bis 1911, der Kunstführer der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte 1909 bis 1914 und das Historische Lexikon der Schweiz 1908 bis 1912. Fest steht laut der Nationalbank das Datum der Einweihung, der 20. Januar 1912. In Bern hatte die Bank ihren rechtlichen und administrativen Sitz; die Zürcher Direktion erhielt erst 1922 ein eigenes Gebäude.
Stilistisch ordnet das Bauinventar den Bau dem Berner Neubarock mit regionaler Prägung zu, ergänzt um Anklänge an das Paris der Jahrhundertwende. Gegen den Platz tritt er wie ein freistehendes Landhaus auf, an den Seiten wird er zum Teil eines Blocks, den er zusammen mit dem Bundeshaus Nord bildet. Mit dem Parlamentsgebäude tritt er in Konkurrenz, verzichtet aber auf eine Kuppel und überlässt ihm so den Vorrang.
Im Innern wurde mehrmals umgebaut: 1946 und 1951/52 durch Otto Brechbühl, unter anderem für einen Luftschutzkeller, 1963 bis 1966 kam ein neuer Querflügel von Peter Indermühle hinzu, später folgten Umbauten 1976 bis 1980 und 1983 bis 1985. Das Haus ist ein Kulturgut von nationaler Bedeutung; 2012 feierte die Bank sein hundertjähriges Bestehen.
Ein Detail: Achten Sie vor dem Haupteingang auf die Kandelaber, die das Bauinventar eigens erwähnt.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Bundesplatz 1 / Amthausgasse 21 · GSK-Kunstführer via KGS-Inventar: Schweizerische Nationalbank (KGS 715, archivierte Fassung) · Historisches Lexikon der Schweiz: Eduard Joos · Schweizerische Nationalbank: 100 Jahre Nationalbank-Gebäude in Bern · Wikidata: Q19362507
Bauten in der Nähe
Sogenanntes Kaiserhaus50 mBundeshaus80 mBurgerhaus an der Amthausgasse110 mHotel Bellevue Palace130 mKantonalbankgebäude am Bundesplatz130 mGeschichtsschreiber der VergangenheitKunstwerk · 60 mTiloKunstwerk · 80 mGeschichtsschreiber der GegenwartKunstwerk · 80 mEinstufung und Adresse: Bauinventar © Amt für Kultur des Kantons Bern · Objektblatt (PDF) · Wikidata. Fehler gefunden? Schreib an hallo@uebrig.ch.