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Kunst in Bern · Bauwerk

Hotel Bellevue Palace

Das Hotel Bellevue Palace an der Kochergasse, gleich östlich des Bundeshauses, wurde 1913 neu eröffnet und gehört heute dem Bund.

Hotel Bellevue Palace, Bern
Foto: Sandstein, Wikimedia Commons, Public domain · Quelle
Baujahr
1912–1913 (Vorgängerbau 1864–1865)
Architekt
Paul Lindt und Max Hoffmann (auch „Hofmann“ geschrieben)
Stil
Neoklassizismus
Heute
Hotel und Gästehaus der Eidgenossenschaft

Über den Bau

Wer vom Bundeshaus Richtung Osten geht, steht an der Kochergasse vor einem hellen Grandhotel, dessen Rückseite auf der Geländekante über der Aare liegt. Korinthische Säulen gliedern die Fassaden gegen Süden und Osten, die abgerundete Südostecke wirkt wie die Mitte des ganzen Baus, und über dem dritten Stock folgen ein Gesims, ein Attikageschoss und ein Mansarddach. Den Eingang auf der Nordseite schützt ein breites Glasdach.

Die Geschichte des Hauses beginnt 1864. Damals kaufte der Wirt des Gasthofs „Falken“ an der damaligen Inselgasse zwei Liegenschaften und liess darauf ein Hotel bauen, das er nach dem nahen Aussichtspunkt „Bellevue“ benannte. Sein Vorname wird unterschiedlich überliefert: Carl Osswald laut der deutschen Wikipedia, Friedrich Osswald laut der Chronik des Hotels. Das alte Bellevue öffnete 1865 mit 110 Betten. 1871 logierte hier General Bourbaki, dessen französische Armee kurz zuvor in der Schweiz Zuflucht gefunden hatte und entwaffnet worden war.

1911 gründeten die Söhne des Gründers eine Aktiengesellschaft, kauften die Nachbarhäuser dazu und liessen das alte Hotel ab dem 1. November abbrechen. Mit der Planung des doppelt so grossen Neubaus wurden Paul Lindt und Max Hoffmann beauftragt; die Datenbank Structurae schreibt den zweiten Namen „Hofmann“. Gebaut wurde ab dem 1. März 1912 mit einem Skelett aus Stahlbeton, nach Angaben des Hotels als erstes Hotel der Schweiz ganz in diesem Material. Ende November 1912 stand bereits der Rohbau, eröffnet wurde am 27. November 1913.

Lange blieben die Feriengäste nicht unter sich: Ab August 1914 diente das Haus General Ulrich Wille und dem Generalstab als Hauptquartier. Im Zweiten Weltkrieg blieb es geöffnet und wurde zum Treffpunkt von Politikern, Diplomaten und Journalisten; laut Wikipedia sassen in der einen Hälfte des Restaurants Gäste aus alliierten Staaten, in der anderen Gäste aus den Achsenmächten. 1976 erwarb die Schweizerische Nationalbank die Aktienmehrheit, damit das Hotel nicht an ausländische Investoren ging. Später schenkte sie es dem Bund, 1994 laut Hotel und englischer Wikipedia, 1995 laut deutscher Wikipedia.

Heute ist das Bellevue Palace das Gästehaus der Eidgenossenschaft für Staats- und Regierungschefs, und während der Sessionen übernachten hier auch Mitglieder des Parlaments. Bei der Erneuerung von 2002 sank die Zahl der Zimmer von 230 auf 130. Wer vor dem Haus steht, sollte auf die runde Südostecke achten: Sie zeigt, wie knapp der Bau an die Kante über dem Aaretal gesetzt ist.

Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Wikipedia (de): Hotel Bellevue Palace · Wikipedia (en): Hotel Bellevue Palace · Hotel Bellevue Palace: The Bellevue Chronicle · Structurae: Max Hofmann · Wikidata: Q1395561

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