Bärn Kit BlogApps · Kunst · Essen retten – in Bern
Kunst in Bern · Bauwerk

Sogenanntes Kaiserhaus

Das sogenannte Kaiserhaus zwischen Marktgasse und Amthausgasse in Bern war Warenhaus der Firma Kaiser und gehört heute der Schweizerischen Nationalbank.

Sogenanntes Kaiserhaus, Bern
Foto: Ginkgo2g, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 · Quelle
Adresse
Amthausgasse 22, Marktgasse 37, Marktgasse 39, Marktgasse 41
Baujahr
1838–1842 (Amthausgasse), 1898, 1902–1904 und 1908–1910 (Marktgasse)
Architekt
Eduard Joos (Umbauten 1976–1986: Rahm + Roost, Atelier 5)
Stil
Neubarock und Reformarchitektur; Klassizismus an der Amthausgasse
Heute
Geschäftshaus der Nationalbank mit Läden, Gastronomie und Moneyverse
Schutz
Kulturgut von regionaler Bedeutung (KGS B), schützenswert (Bauinventar)

Über den Bau

An der Marktgasse fällt die prunkvolle Front des westlichen Hausteils auf: weite und enge Laubenbögen aus rustiziertem Stein, darüber gebänderte ionische Pilaster über mehrere Geschosse und ein Attikageschoss. Die äusseren und die beiden mittleren der acht Achsen sind mit gesprengten Giebeln und zusätzlichem Schmuck betont. Auf einer Volute im Giebel sitzt eine Allegorie des Handels, ein Kaufmann in mittelalterlicher Kleidung. Der östliche Hausteil, das frühere Kaufhaus „Vier Jahreszeiten“, ist strenger: drei weite Laubenbögen und darüber drei Achsen mit je dreiteiligen Fenstern.

Beide Bauten stammen von Eduard Joos. Für die Vereinigten Spezialgeschäfte Kaiser & Co. fasste er 1902 bis 1904 die Häuser Marktgasse 39 und 41 zum Geschäftshaus Kaiser zusammen, in einem üppigen, eklektischen Neubarock, der laut Bauinventar gerade wegen seiner Pracht kritisiert wurde. 1908 bis 1910 folgte nebenan das Haus „Vier Jahreszeiten“ im Geist der Reformarchitektur. Zusammen mit anderen Kaufhäusern zeigen sie, wie sich der Mittelpunkt der Stadt im frühen 20. Jahrhundert vom Bahnhof her die Gasse hinauf verlagerte.

Zum Komplex gehört auch die Rückseite an der Amthausgasse. Dort stehen zwei klassizistische Fronten, die 1838 bis 1842 für die burgerliche Mädchenschule gebaut wurden; diese Schule zog 1898 ins Monbijou. Dazwischen setzte Joos 1898 einen neuen Mittelbau mit einer reich geschmückten Fassade in Formen des bernischen Spätbarocks.

1976 bis 1981 legten die Büros Rahm + Roost und Atelier 5 im Auftrag der Nationalbank die Häuser zusammen; dabei wurden die historischen Verkaufsräume abgebrochen. 1986 brach Atelier 5 das Erdgeschoss an der Amthausgasse zu Lauben auf. Heute besteht der Komplex aus sechs Altstadthäusern im Besitz der Nationalbank. Sie beschloss 2015 eine Erneuerung, die schliesslich sechs Jahre dauerte. Am 10. April 2026 öffnete das Kaiserhaus wieder, mit Gastronomie, Geschäften und dem Moneyverse, einer Ausstellung über Geld, die das Bernische Historische Museum für die Nationalbank betreibt.

Ein Detail: Suchen Sie oben im Giebel an der Marktgasse die Figur des Kaufmanns.

Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Marktgasse 37 · Bauinventar der Stadt Bern: Amthausgasse 22 · Historisches Lexikon der Schweiz: Eduard Joos · swissinfo.ch: Kaiserhaus in Bern soll ab April 2026 zum Begegnungsort werden (23.10.2025) · Schweizerische Nationalbank: Medienmitteilung 9.4.2026, Moneyverse · Wikipedia (de): Schweizerische Nationalbank (Abschnitt Kaiserhaus)

Lage in Bern
Auf der Karte

Amthausgasse 22

Karte öffnen

Bauten in der Nähe

Gebäude der Schweizerischen Nationalbank50 mBurgerhaus an der Amthausgasse90 mGesellschaftshaus zu Mittellöwen110 mKäfigturm120 mBundeshaus130 mSchützenbrunnenKunstwerk · 100 mGeschichtsschreiber der VergangenheitKunstwerk · 110 mAnna Seiler-BrunnenKunstwerk · 110 m

Alle Bauten von A bis Z · Architektur & Denkmäler: Berns geschützte Bauten auf der Karte · Sehenswürdigkeiten in Bern

Einstufung und Adresse: Bauinventar © Amt für Kultur des Kantons Bern · Objektblatt (PDF) · Objektblatt (PDF) · Wikidata. Fehler gefunden? Schreib an hallo@uebrig.ch.