Kornhausbrücke
Die Kornhausbrücke führt seit 1898 vom Kornhausplatz über das Aaretal in die Nordquartiere; ihr Stahlbogen spannt sich zwischen Pfeilern aus Jurakalk.

- Adresse
- Kornhausbrücke
- Baujahr
- 1895–1898
- Architekt
- Projekt Hugo von Linden und Adolf Henzi; Ausführung A. und H. von Bonstetten, Paul Simons, Architekt Henry B. von Fischer
- Stil
- Historismus, Stahlgitterbogen mit Steinpfeilern
- Heute
- Strassen- und Tramverbindung zwischen Altstadt und Nordquartieren
- Schutz
- Kulturgut von nationaler Bedeutung (KGS A), schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Vom Kornhausplatz, an dem das Kornhaus und das Stadttheater stehen, führt die Kornhausbrücke mit leicht ansteigender Fahrbahn zum Viktoriaplatz. Sie ist Brücke und Viadukt zugleich: Über dem Fluss spannt sich ein eiserner Gitterbogen in Form einer flachen Parabel zwischen zwei massigen Pfeilern aus hellem Jurakalk, an den Ufern schliessen auf der Südseite ein, auf der Nordseite vier kleinere Bögen an. Auf weit vorkragenden Kanzeln der Hauptpfeiler stehen Obelisken, die den grossen Bogen markieren.
Pläne für eine Brücke im Norden der Stadt gab es seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Nach zähen politischen Auseinandersetzungen gewann der Entwurf von Stadtingenieur Hugo von Linden und Adolf Henzi. Am 13. Januar 1895 beschloss die Gemeinde den Bau, im September 1895 begannen die Arbeiten, und am 18. Juni 1898 wurde die Brücke eröffnet. Ausgeführt haben sie die Ingenieure Arthur und Hermann von Bonstetten sowie Paul Simons mit dem Architekten Henry B. von Fischer; das Eisenwerk lieferte Theodor Bell & Cie. aus Kriens zusammen mit der Gutehoffnungshütte in Oberhausen.
Die Brücke ist 382 Meter lang und 12,6 Meter breit. Der Hauptbogen hat eine Spannweite von 115 Metern, die fünf kleinen Bögen je 34 Meter, und an der höchsten Stelle liegt die Fahrbahn 47,76 Meter über dem Niedrigwasser der Aare. Darunter verläuft, einige Meter versetzt und viel tiefer, der Altenbergsteg von 1857. Das Bauinventar beschreibt sie als typisches Bauwerk ihrer Zeit, stilistisch dem Historismus verpflichtet und konstruktiv ein eher vorsichtiger Kompromiss.
1953 wurden die reich verzierten Geländer im Stil der Neo-Régence und die Kandelaber durch eine schlichtere Ausstattung ersetzt, was das Bauinventar als Verlust bewertet. Von 1982 bis 1985 wurde die Brücke renoviert, und von Februar bis November 2025 wurde sie umfassend saniert und war in dieser Zeit für Autos und Trams gesperrt. Zur Fussball-Europameisterschaft 2008 erhielt sie auf einer Tafel auch den niederländischen Namen „Korenhuisbrug“.
Wer den Bau genau ansehen will, sucht die Inschrift auf den stadtseitigen Postamenten: Sie nennt den Gemeindebeschluss, den Baubeginn, die Eröffnung und die Erbauer.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Kornhausbrücke · Wikipedia (de): Kornhausbrücke (Bern) · Wikidata: Q1784559
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