Altenbergsteg
Der Altenbergsteg von 1857 ist eine eiserne Kettenbrücke für Fussgänger, die knapp über der Aare die Berner Altstadt mit dem Altenberg verbindet.

- Adresse
- Altenbergsteg
- Baujahr
- 1857 (eröffnet am 2. Oktober 1857)
- Architekt
- Ingenieur Friedrich Gustav Gränicher, unter Mitarbeit von Niklaus Riggenbach
- Stil
- Eiserne Kettenbrücke des frühen Historismus
- Heute
- Fussgängerbrücke über die Aare, Kulturgut von nationaler Bedeutung
- Schutz
- Kulturgut von nationaler Bedeutung (KGS A), schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Unterhalb der Altstadt kreuzen sich an der Aare zwei Brücken: hoch oben der grosse Bogen der Kornhausbrücke von 1898, darunter, nur wenig über dem Wasserspiegel, der schmale Altenbergsteg. Er ist rund 57 Meter lang und 2,1 Meter breit und führt zum Altenberg am Nordufer. Fahrzeuge wie Fahrräder oder Mofas dürfen ihn nicht benutzen.
An dieser Stelle setzte ab 1823 eine Fähre über den Fluss. 1834 ersetzte sie ein hölzerner Steg mit einem kleinen Zollhaus; den Brückenzoll hob man Ende 1842 wieder auf. Als die Holzbrücke schadhaft geworden war, beschloss die Einwohnergemeinde am 11. Dezember 1856 einen Neubau in Eisen. Den Vorschlag dafür hatte Ingenieur Friedrich Gustav Gränicher gemacht, mitgearbeitet hat Niklaus Riggenbach, der später als Eisenbahnpionier bekannt wurde. Die Teile wurden in Olten hergestellt, Gränicher leitete die Montage, und am 2. Oktober 1857 ging der Steg in Betrieb. Er kostete 55 000 Franken. Das alte Zollhaus am rechten Ufer blieb bis 1934 stehen.
Die Konstruktion lässt sich vom Ufer aus gut lesen. Die Geländer sind zugleich die Träger: eiserne Gitterwände, die in der Mitte leicht ansteigen. Unter den Holzbrettern des Gehwegs halten Andreaskreuze das Deck gegen Verdrehen steif. Zusätzlich hängt der Träger mit Stangen an einer flachen Kette. Jedes ihrer etwa drei Meter langen Glieder besteht aus vier Eisenlamellen. Die Kette ist am Südufer in der Böschung und am Nordufer im Boden verankert.
Ein Detail lohnt den genaueren Blick: An beiden Enden liegt die Kette auf gusseisernen Pendelstützen. Sie stehen auf Rollen und können so den Bewegungen der Brücke nachgeben. Je zwei Stützen sind oben durch ein Joch verbunden und bilden zusammen eine Art Tor, das Anfang und Ende des Stegs markiert. Am Nordufer stehen über der Verankerung zwei freistehende Brüstungen aus Kalkstein.
Renoviert wurde der Steg 1968 und 1981. Trotz ersetzter Teile und einzelner Verstärkungen ist er im Wesentlichen so erhalten, wie er gebaut wurde. Das Inventar historischer Verkehrswege bezeichnet ihn als die einzige noch bestehende Kettenbrücke der Schweiz und als eine der ältesten Hängebrücken des Landes; er ist ein Kulturgut von nationaler Bedeutung.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Altenbergsteg · IVS-Dokumentation BE 2413.0.1 Altenbergsteg (Bundesamt für Strassen) · Wikipedia (de): Altenbergsteg · Wikidata: Q436771
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