Villa am Brunnadernrain 31
Die Neubarockvilla am Brunnadernrain 31 in Bern baute Albert Gerster ab 1912 für die deutsche Gesandtschaft; heute Residenz des Botschafters.

- Adresse
- Brunnadernrain 31
- Baujahr
- 1912 (Bauinventar, Botschaft); 1912–14 (HLS); fertig bis November 1913 (Wikipedia)
- Architekt
- Albert Gerster
- Stil
- Neubarock nach bernischen Landsitzen
- Heute
- Residenz des deutschen Botschafters
- Bauherrschaft
- Deutsche Gesandtschaft
- Schutz
- schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Am Brunnadernrain öffnet sich zur Strasse ein grosser Ehrenhof, eingefasst von einem zweistöckigen Hauptbau und zwei niedrigen Seitenflügeln. Die Anlage entstand für die deutsche Gesandtschaft in Bern. Den Auftrag erhielt der Berner Architekt Albert Gerster 1911, nach der deutschen Botschaft auf direkten Wunsch von Kaiser Wilhelm II. Zur Bauzeit gibt es verschiedene Angaben: Das Bauinventar und die Botschaft nennen 1912, das Historische Lexikon der Schweiz 1912–14, die deutsche Wikipedia eine Fertigstellung bis November 1913.
Gerster hielt sich streng an bernische Landsitze aus den 1740er-Jahren. Als direkte Vorbilder gelten Thunstetten und Hindelbank; die Anordnung „zwischen Hof und Garten“ folgt der Architekturtheorie Blondels. Der Hauptbau trägt ein Walmdach, die einstöckigen Flügel Mansarddächer. Die glatt verputzten Fassaden sind sparsam mit Kunst- und Sandstein gegliedert. In der Mitte springt ein dreiachsiger Risalit mit mächtigem Dreiecksgiebel vor, den kolossale ionische Pilaster beherrschen; im Giebel sitzt ein Ovalfenster zwischen Voluten und Girlanden. Der linke Flügel hat Fenster und Lukarnen, der rechte zeigt nur eine geschlossene Wand.
Die Geschichte des Hauses ist eng mit der Diplomatie verknüpft. Hier lebte als junger Mann Richard von Weizsäcker, dessen Vater damals das Deutsche Reich in Bern vertrat. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm die Schweiz die deutschen Gebäude; ab Juni 1946 vermietete sie die frühere Residenz an Grossbritannien, das sie bis 1956 als Residenz seines Gesandten nutzte (Room for Diplomacy nennt dabei die Hausnummer 32). 2001–2003 wurde das Haus saniert.
Heute ist es wieder die Residenz des deutschen Botschafters, die Kanzlei liegt gegenüber am Willadingweg. Gerster (1864–1935) prägte mit der Reitschule, dem Hotel Bristol und dem Warenhaus Loeb das Stadtbild; laut dem Historischen Lexikon der Schweiz werden mehrere seiner Villen von Botschaften genutzt.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Brunnadernrain 31 · Deutsche Botschaft Bern: Die Residenz · Historisches Lexikon der Schweiz: Gerster, Albert · Wikipedia (de): Deutsche Botschaft Bern · Room for Diplomacy: Switzerland – Berne + Geneva · Wikidata: Q139594268
Bauten in der Nähe
Ehemaliges Säuglings- und Mütterheim Elfenau180 mSiedlung Brunnadern350 mHerrenhaus Elfenau350 mScheune Elfenau (Grosse Orangerie)350 mKleine Orangerie und Pächterhaus Elfenau380 mRoll'n'FlowKunstwerk · 260 mWasserspeiende NixeKunstwerk · 340 mDelphinbrunnenKunstwerk · 350 mEinstufung und Adresse: Bauinventar © Amt für Kultur des Kantons Bern · Objektblatt (PDF) · Wikidata. Fehler gefunden? Schreib an hallo@uebrig.ch.