Ehemaliges Säuglings- und Mütterheim Elfenau
Das ehemalige Säuglings- und Mütterheim am Elfenauweg 68 ist ein wichtiger Bau des Neuen Bauens in Bern, entworfen um 1929 von Salvisberg & Brechbühl.

- Adresse
- Elfenauweg 68
- Baujahr
- 1929 (laut Insel-Gruppe 1928–1930)
- Architekt
- Otto Rudolf Salvisberg und Otto Brechbühl
- Stil
- Neues Bauen
- Heute
- Pflegezentrum (seit 1989)
- Schutz
- Kulturgut von regionaler Bedeutung (KGS B), schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Am Hang über der Elfenau liegt ein langer, flach gedeckter Bau parallel zum Gelände. Auf der Eingangsseite fassen Gesimse die Fenster zu waagrechten Bändern zusammen; in der Mitte tritt das Treppenhaus leicht vor, aufgelöst in eine rasterartige Verglasung. Die Südseite prägen Balkonbänder, die über das Erdgeschoss vorkragen und an den Schmalseiten als verglaste Halbzylinder um die Ecken geführt sind. Darüber sitzt eine deutlich zurückgesetzte Attika.
Bauherrin war die Stiftung Kantonalbernisches Säuglings- und Mütterheim. Den Wettbewerb gewann das Büro von Otto Rudolf Salvisberg und Otto Brechbühl, deren gemeinsames Büro in Bern Brechbühl ab 1922 leitete. Hier wurden Säuglinge und unverheiratete Mütter aufgenommen, zugleich bildete das Haus Säuglingsschwestern aus. Bei den Daten gehen die Quellen auseinander: Das Bauinventar nennt 1929, die Insel-Gruppe 1928 bis 1930, und die Wikipedia führt das Heim in Salvisbergs Werkliste unter 1931, gestützt auf einen Artikel der Schweizerischen Bauzeitung aus jenem Jahr. Das Bauinventar zählt den Bau zu den wichtigsten Beispielen des Neuen Bauens in Bern.
1948 kam ein Schwesternheim mit Verbindungstrakt hinzu, entworfen von Brechbühl. 1966 wurde der Hauptbau auf der Nordseite aufgestockt, ein Eingriff, den die Denkmalpflege als störend beurteilt; ursprünglich hatte er zwei statt drei Balkonbänder. Von 1983 bis 1987 diente das Haus provisorisch als Krankenheim, seit 1989 nach einem Umbau als Pflegezentrum für betagte Menschen. Auf Anfang 2015 übergab der damalige Krankenhausverbund, heute Teil der Insel Gruppe, den Betrieb an die tilia Stiftung für Langzeitpflege; Eigentümerin des Grundstücks ist die Bernische Stiftung Elfenau.
Achten Sie auf die runden Eckveranden. Das Bauinventar hebt besonders hervor, wie der Kubus mit der Attika, die offenen Balkonfluchten und die geschwungenen Glasflächen zusammenspielen. Abgesehen von der Aufstockung hat der Bau den Zustand der Bauzeit bewahrt. Er ist ein Kulturgut von regionaler Bedeutung und im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder verzeichnet.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Elfenauweg 68 · Insel Gruppe (Archiv), Medienmitteilung: Verkauf des Pflegezentrums Elfenau geplant (14. 3. 2014) · Insel Gruppe (Archiv), Medienmitteilung: tilia Stiftung führt Pflegezentrum Elfenau weiter (26. 8. 2014) · Wikipedia (de): Otto Rudolf Salvisberg · Wikidata: Q29651684
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