Diessbachgut am Selibühlweg
Das Diessbachgut am Selibühlweg 11 ist ein Landsitz aus dem späten 18. Jahrhundert inmitten einer Reihenhaussiedlung aus den 1930er-Jahren.

- Adresse
- Selibühlweg 11, Selibühlweg 11a
- Baujahr
- letztes Viertel 18. Jahrhundert
- Architekt
- unbekannt
- Stil
- Klassizismus mit spätbarocken Elementen
- Heute
- im Besitz der Stadt Bern, Gesamtrenovation 2013
- Schutz
- schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Am Selibühlweg im Quartier Schosshalde steht ein Landsitz an einer Geländekante, ringsum gestaffelte Reihenhäuser. Das Haus trägt ein leicht geknicktes Viertelwalmdach mit einer Ründi auf der Gartenseite. Ein Teil der Fassaden ist als Riegbau ausgeführt und mit Schindeln verkleidet, die übrigen sind gemauert. Hohe Rechteckfenster mit kräftigen Fensterbänken und stehende ovale Fenster, sogenannte Œil-de-bœuf, gliedern die Gartenfront symmetrisch.
Erbaut wurde das Haus im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts für N. von Diessbach; ein Architekt ist nicht bekannt. Stilistisch steht es zwischen zwei Epochen: Das Bauinventar nennt es klassizistisch, mit Elementen des Spätbarocks. Vor dem Eingang steht ein Säulengang mit toskanischen Säulen und Eckpfeilern unter einem Terrassendach. Dieselbe Formensprache zeigt der Gartenpavillon im Osten (Nr. 11A). Die Nordostseite betont ein Risalit mit Zwerchdach, Ründi und aufwendig gerahmten Fenstern.
Vom einstigen Gut blieb nur ein Teil. Auf dem übrigen Areal bauten die Architekten Trachsel & Abbühl ab 1933 eine Siedlung mit insgesamt 74 Reiheneinfamilienhäusern, die meisten für die Baugenossenschaft des Verwaltungspersonals. In der ersten Etappe von 1933 bis 1935 gruppierten sie dreizehn unterschiedlich lange Häuserreihen um das alte Herrenhaus und stuften sie am Hang so ab, dass es nicht von Baumassen bedrängt wird. Bis 1939 folgten zwei weitere Etappen. Am Herrenhaus selbst kamen 1899 eine Erweiterung und 1937 eine Garage hinzu.
Im erhaltenen Teil des spätbarocken Gartens liegt ein runder Teich mit Springbrunnen. Abgesehen von kleineren Anbauten ist das Haus weitgehend im ursprünglichen Zustand. 2013 renovierten es arb Architekten aus Bern im Auftrag der Stadt, deren Fonds für Boden- und Wohnbaupolitik es gehört. Das Bauinventar stuft den Landsitz als schützenswert ein, und der Gartenpavillon steht seit 2001 vertraglich unter Schutz.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Selibühlweg 11, 11A · Bauinventar der Stadt Bern: Strukturgruppe Diessbachgut · Wikidata: Q139032862
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