Altersheim Jolimont
Das Altersheim Jolimont an der Reichenbachstrasse 39/41 in Bern ist eine Alterssiedlung aus Sichtbeton von 1971/72 am Hang über der Felsenau.

- Adresse
- Reichenbachstrasse 39, Reichenbachstrasse 41
- Baujahr
- 1966–1972 (Ausführung 1971/72)
- Architekt
- Urs Bürki, Bern
- Stil
- Architektonischer Rationalismus der 1960er Jahre, Sichtbeton
- Heute
- Alterswohn- und Pflegeheim; Kulturgut von regionaler Bedeutung
- Schutz
- Kulturgut von regionaler Bedeutung (KGS B), schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
An der Reichenbachstrasse, wo das Gelände gegen die Felsenau abfällt, steht hinter viel Grün eine kompakte Anlage aus Sichtbeton. Die städtische Denkmalpflege beschreibt sie als bewusst zurückhaltend im Strassenbild; die Bepflanzung, die den Bau umhüllt, war von Anfang an gewollt. Geplant hat die Alterssiedlung der Berner Architekt Urs Bürki, gebaut wurde sie 1971 und 1972 für die Burka AG, ein Berner Baugeschäft.
Der Ort hat eine lange Vorgeschichte. Um 1740 war hier das Landgut von Johann Rudolf Stürler, Schultheiss von Thun. 1823 kam es an den Amtsnotar Carl Hebler und hiess erstmals Jolimont. Um 1825 entstanden ein grosses Gästehaus und eine Pension mit Kaffeewirtschaft. Von 1839 bis 1881 führte Dr. med. Jakob Emanuel Niehans auf dem Gut die private Heil- und Pflegeanstalt „Zur Hoffnung“ für psychisch Kranke, und ab 1893 betrieben die Schwestern Schiffmann bis 1909 die Pension Jolimont. Das alte Gästehaus wurde 1966/67 für den Neubau abgebrochen.
Bürki plante 1966 ursprünglich eine Wohnsiedlung mit möglichst selbständigen Wohnungen, die direkt von aussen zugänglich sein sollten. Grundlage sind vorgefertigte Wohnzellen, die die Denkmalpflege als späte Antwort auf Le Corbusier liest. Im langen Haupttrakt reihen sich die Einheiten beidseits eines mittleren Erschliessungsgangs aneinander, der später überdacht wurde. Davor steht ein frei stehender Bau mit unregelmässig vieleckigem Grundriss, ursprünglich als Restaurant gedacht, mit einem Treppenturm in der Mitte und gewellten Blenden im Erdgeschoss. Die ganze Anlage folgt einem einheitlichen Raster und wirkt in ihrer Strenge fast klösterlich.
1988/89 kam auf der Nummer 39 ein Attikageschoss mit Wohnungen hinzu, und der Lichthof der Nummer 41 erhielt ein Dach. 2012/13 wurde die Anlage gesamthaft saniert. Heute ist das Jolimont ein Alterswohn- und Pflegeheim mit 3 Wohnungen für Paare und 40 Einzelwohnungen, jede mit Balkon. Im Bauinventar ist es als schützenswert eingetragen und gilt als Kulturgut von regionaler Bedeutung.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Reichenbachstrasse 39, 41 · Alterswohn- und Pflegeheim Jolimont (eigene Website) · Wikidata: Q113934589
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