Felsenauviadukt
Der Felsenauviadukt trägt die Autobahn A1 in 60 Metern Höhe über das Aaretal im Norden Berns; entworfen hat die Spannbetonbrücke Christian Menn.

- Adresse
- Felsenauviadukt
- Baujahr
- 1972–1975 (Bauinventar; Wikipedia: Bau bis 1974), eröffnet am 4. September 1975
- Architekt
- Ingenieur Christian Menn mit Emch & Berger, Bern
- Stil
- Spannbeton-Hohlkastenbrücke
- Heute
- Autobahnbrücke der A1, Kulturgut von nationaler Bedeutung
- Schutz
- Kulturgut von nationaler Bedeutung (KGS A), schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Im Norden der Stadt quert die Autobahn A1 zwischen dem Anschluss Neufeld und der Verzweigung Wankdorf das Tal der Aare. Die Brücke ist 1116 Meter lang und liegt rund 60 Meter über dem Fluss. Nach dem Bauinventar ist sie die längste Brücke der A1. Von unten, vom Aareufer in der Felsenau aus, sieht man am besten, wie schlank die Pfeiler im Verhältnis zur breiten Fahrbahn sind. Nicht zu verwechseln ist sie mit der älteren Felsenaubrücke im selben Stadtteil.
Das Projekt ging aus einem Wettbewerb von 1970/71 hervor. Der Ingenieur Christian Menn arbeitete es zusammen mit dem Berner Büro Emch & Berger aus, Bauherrin war die Baudirektion des Kantons Bern. Menn, 1927 in Meiringen geboren und 2018 in Chur gestorben, lehrte von 1971 bis 1992 an der ETH Zürich und prägte den Schweizer Brückenbau mit Werken wie der Ganterbrücke am Simplon. Er verlangte, dass die Form eines Tragwerks dem Kraftfluss folgt, und berief sich dabei auf Robert Maillart. Gebaut wurde ab 1972; das Bauinventar nennt 1975 als Bauende, Wikipedia 1974. Eröffnet wurde der Viadukt am 4. September 1975, die Kosten lagen bei etwa 27 Millionen Franken.
Der Überbau ist ein Kasten aus vorgespanntem Beton mit nur einer Zelle und schräg gestellten Wänden. Die Fahrbahnplatte ist 26,2 Meter breit und ragt auf jeder Seite 7,6 Meter über den Kasten hinaus. Über dem Aaretal ruhen vier grosse Felder auf Doppelpfeilern; dort ist der Träger über den Stützen 8 Meter hoch und in der Feldmitte nur 3 Meter. Diese vier Felder wurden im Freivorbau errichtet, also ohne Gerüst von den Pfeilern aus abschnittweise vorgebaut. Laut Bauinventar war es die erste einzellige Kastenbrücke, die so entstand. Die grösste Spannweite gibt Wikipedia mit 156 Metern an, in der Übersicht der Brücke steht 144 Meter. Schwierig war die Vermessung, denn die Brücke beschreibt im Grundriss ein S und ändert ihr Quergefälle.
Von 2010 an wurde der Viadukt umfassend erneuert, mit neuen Randmauern, Abdichtungen und Belägen; das Bauinventar nennt 2010 bis 2012, Wikipedia 2010 und 2011. Seit 2024 gibt es an zwei Pfeilern eine öffentliche Kletteranlage, die zum grössten Teil von der Berner Sektion des Schweizer Alpen-Clubs bezahlt wurde. Eine Besonderheit der Filmgeschichte: Die halbfertige Brücke ist Schauplatz der Schlussszene, als 1975 Friedrich Dürrenmatts Roman „Der Richter und sein Henker“ verfilmt wurde. Der Viadukt ist ein Kulturgut von nationaler Bedeutung.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Felsenauviadukt · Historisches Lexikon der Schweiz: Menn, Christian · Wikipedia (de): Felsenauviadukt · Wikidata: Q1404187
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