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Kirche Heiligkreuz

Die Kirche Heiligkreuz am Kastellweg 7 in der Tiefenau ist ein Sichtbetonbau von Walter Maria Förderer von 1969; heute ist sie rumänisch-orthodox.

Kirche Heiligkreuz, Bern
Foto: Charly Bernasconi, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 · Quelle
Adresse
Kastellweg 7
Baujahr
1966–1968 (Bauinventar); Spatenstich 1967, Weihe 1. Juni 1969 (Wikipedia)
Architekt
Walter Maria Förderer
Stil
Brutalismus (Sichtbeton)
Heute
Rumänisch-orthodoxe Kirche St. Georg (seit 2018)
Schutz
schützenswert (Bauinventar)

Über den Bau

Wer am Kastellweg in der Tiefenau vorbeigeht, erkennt die Kirche kaum als solche. An der Kreuzung steht das Pfarrhaus und verdeckt den Kirchenraum, der Bau ist niedrig, und statt eines hohen Turms gibt es nur einen Glockenträger mit einem Kreuz aus Beton. Alles ist aus Sichtbeton gegossen, Kirche, Pfarrhaus und Pfarreizentrum. Das unterscheidet die Anlage von allen Nachbarbauten. Das Bauinventar sieht darin einen der frühesten und wichtigsten Bauten Berns, die als Gesamtplastik aus Beton gestaltet sind.

In der Tiefenau wuchs die Bevölkerung in den 1940er- und 1950er-Jahren stark, und ab 1956 feierten die Katholiken der Gegend ihren Gottesdienst in einem Saal des nahen Krankenhauses Tiefenau. 1959 und 1964 kaufte die Kirchgemeinde Land am Kastellweg, 1962 wurde die Pfarrei gegründet. Den Wettbewerb von 1963 gewann Walter Maria Förderer, damals noch in Bürogemeinschaft mit Rolf Georg Otto und Hans Zwimpfer. Aus statischen Gründen wurde das Projekt überarbeitet und fiel weniger monumental aus; statt drei Glocken läutet nur eine, 1968 von der Giesserei Rüetschi in Aarau gegossen. Die Bauzeit gibt das Bauinventar mit 1966 bis 1968 an; nach Wikipedia war der Spatenstich am 18. März 1967 und die Weihe am 1. Juni 1969.

Förderer (1928–2006) hatte Bildhauerei studiert und verstand seine Kirchen als begehbare Plastiken. Der Grundriss folgt einem polygonalen Raster. Man betritt die Anlage unter dem Glockenträger und gelangt in einen Innenhof; von dort führt der Weg in einer Kreisbewegung ins Innere bis vor den Altar. Die Bänke stehen im Halbkreis um den Altar, wie es das Zweite Vatikanische Konzil verlangte, und auch der Taufstein steht im Chorraum. Zwölf Pfeiler für die Apostel und ein Pfeiler mit Kreuz für Christus tragen die gestaffelte Decke. Das Licht fällt nur durch kleine quadratische Öffnungen. Stilistisch gehört der Bau zum Brutalismus, der an Le Corbusiers späte Werke anknüpft.

Heiligkreuz ist Förderers einziger Kirchenbau im Kanton Bern. Das Bauinventar vergleicht ihn mit seiner gleichzeitig entstandenen Heiligkreuzkirche in Chur; der Berner Bau wirke daneben fast ländlich bescheiden. 2011 wurde das Innere saniert. Weil die katholische Gemeinde die Kirche immer weniger brauchte und der Unterhalt des Betonbaus teuer war, wurde sie am 21. Januar 2018 entwidmet. Seither gehört sie der rumänisch-orthodoxen Gemeinde St. Georg, die sie im April 2018 neu weihte.

Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Kastellweg 7 · Historisches Lexikon der Schweiz: Förderer, Walter Maria · Wikipedia (de): Heiligkreuz (Bern) · Wikidata: Q16058576

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