Ehemalige Brauerei Klösterli am Klösterlistutz 20
Das Brauerei- und Wohngebäude am Klösterlistutz 20 in Bern stammt von 1871 und erhielt 1890 eine der reichsten Holzlauben jener Zeit in der Stadt.

- Adresse
- Klösterlistutz 20
- Baujahr
- 1871, Aufstockung und Holzlaube 1890
- Architekt
- R. Schmid, Bern
- Stil
- Schweizer Holzstil (Laubenfassade)
- Heute
- Wohnhaus (Umbau 1991)
- Schutz
- schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Am Klösterlistutz, am Brückenkopf jenseits der Aare, steht eine kleine Häusergruppe, die grösstenteils im 18. und frühen 19. Jahrhundert entstand, mit der Felsenburg und der alten Gastwirtschaft Klösterli. Zu ihr gehört auch das grosse Haus mit der Nummer 20. Am Kranzgesims ist noch die Aufschrift BIERBRAUEREI KLOESTERLI zu lesen.
Den Anstoss gab der Fels: Weil man im anstehenden Felsen Keller ausbrechen konnte, entstand hier im 19. Jahrhundert eine Brauerei. Zwischen 1862 und 1886 vergrösserte man die Höhlen im Fels; schon 1862 grub man einen Sodbrunnen. Die Gebäude darüber entstanden in Etappen. Bauherr des Hauses war der Bierbrauer Fr. Heinzelmann, die Pläne stammen von R. Schmid. 1871 entstanden der zweistöckige Sockel aus Haustein und darüber ein Fachwerkgeschoss.
1890 baute man das Haus um und auf. Ein zweites Obergeschoss kam dazu, das ältere Fachwerkgeschoss erhielt eine ganz neue Fassade, und unter dem Sockel wurden gewölbte Keller angelegt. Gegen die Aare zeigt der Bau vier Geschosse, gegen den Stutz nur zwei. Zum Platz hin erhielt er eine zweigeschossige Holzlaube im Schweizer Holzstil: Paare von Stützen wechseln mit einzelnen ab, verstrebte Kopfbänder und ausgesägte Ornamente formen regelrechte Arkaden aus Holz, und im verglasten oberen Geschoss wirkt die Brüstung wie ein feines Gespinst. Die städtische Denkmalpflege zählt diese Fassade zu den reichsten Holzarchitekturen jener Zeit in Bern.
1926 wurden neue Brauereianlagen eingebaut. 1991 folgte ein sorgfältiger Umbau: Im früheren Brauereisockel entstanden Wohnungen, wobei Struktur und Ausbau so weit wie möglich erhalten blieben. Man reparierte den Putz, untersuchte die alte Bemalung und stellte die ursprüngliche Farbigkeit wieder her. Am Giebel gegen die Nydeggbrücke sitzt ein kastenförmiger Balkon mit einer Tür unter einem kleinen Giebel; erhalten sind auch Reste farbiger Dekorationsmalerei.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Klösterlistutz 20 · Bauinventar der Stadt Bern: Baugruppe Altenberg-Klösterli · Wikidata Q128281015
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