Nydeggbrücke
Die Nydeggbrücke verbindet seit 1844 die untere Berner Altstadt mit dem Bärengraben; ihr Steinbogen über die Aare spannt knapp 46 Meter weit.

- Baujahr
- September 1840 bis November 1844
- Heute
- Strassenbrücke, Kulturgut von nationaler Bedeutung
- Erbauer
- Karl Emanuel Müller (Unternehmer); Pläne Joseph Ferry, überarbeitet von Rudolf von Wurstemberger
- Länge
- rund 200 m (Wikipedia de) bzw. 190 m (Wikipedia en, Wikidata); Hauptbogen knapp 46 m
- Schutz
- Kulturgut von nationaler Bedeutung (KGS A)
Über den Bau
Die Nydeggbrücke führt von der Nydeggkirche am Ende der Altstadt hinüber zum anderen Aareufer beim Bärengraben. Über den Fluss spannt sich ein grosser Bogen aus Naturstein von knapp 46 Metern, begleitet von zwei Seitenbögen mit je 16,5 Metern. Daneben, deutlich tiefer am Wasser, liegt die viel ältere Untertorbrücke. An den Enden des Mittelstücks stehen kleine Pavillons, die als Zollhäuser gedacht waren.
Mit dem wachsenden Waren- und Reiseverkehr im frühen 19. Jahrhundert wollte Bern eine Hochbrücke, damit Fuhrwerke nicht mehr steil in den Aaregraben hinab und wieder hinauf mussten. Über den Standort gab es heftigen Streit; am Ende setzte sich die untere Altstadt bei der Nydegg durch. Die Burgergemeinde holte 1836 Gutachten von vier ausländischen Brückenfachleuten ein, unter ihnen Alois Negrelli, und liess danach den Architekten Joseph Ferry Pläne zeichnen. Eine Brückenbaugesellschaft änderte sie mehrmals, und auch während des Baus wurde das Projekt noch angepasst.
Ausgeführt hat die Brücke der Urner Unternehmer Karl Emanuel Müller, der in Wien Architektur und Brückenbau studiert und zuvor die Fahrstrasse durch die Schöllenen gebaut hatte. Die Arbeiten begannen im Herbst 1840 und hatten zuerst mit Hochwasser zu kämpfen. Am 15. September 1843 setzte man unter Kanonendonner den Schlussstein des Hauptbogens, am 23. November 1844 wurde die Brücke feierlich eröffnet. Ihr Kern besteht aus Kalkstein aus dem Jura bei Solothurn, verkleidet ist sie mit Sandstein aus Ostermundigen. Zur Gesamtlänge gibt es zwei Angaben: rund 200 Meter laut deutscher, 190 Meter laut englischer Wikipedia und Wikidata.
Wirtschaftlich war das Unternehmen kein Erfolg. Die Brückenzölle brachten viel weniger ein als erwartet, und die Kosten lagen über dem Budget. Gelöst wurde das Problem erst, als am 1. März 1853 die Zölle wegfielen und die Aktionäre 70 Prozent ihrer Einlage zurückerhielten; nach der englischen Wikipedia übernahm danach der Kanton die Brücke. Kritisiert wurde von Anfang an, dass sie die Steigungen nur teilweise beseitigte. Heute ist sie ein Kulturgut von nationaler Bedeutung. Ein Blick lohnt sich vom Ufer unterhalb: Erst von dort sieht man, wie hoch der Hauptbogen über dem Wasser steht.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Wikipedia (de): Nydeggbrücke · Wikipedia (en): Nydeggbrücke · Wikipedia (fr): Pont de Nydegg · Historisches Lexikon der Schweiz: Müller, Karl Emanuel (Urs Kälin) · Wikidata: Q458115
Bauten in der Nähe
Ehemalige Brauerei Klösterli am Klösterlistutz 2050 mEhemaliges Tramwartehäuschen am Grossen Muristalden 1A50 mStöckli des ehemaligen Gasthofs Klösterli (Klösterlistutz 18A)60 mBärengraben70 mEhemalige öffentliche WC-Anlage am Grossen Muristalden 370 mCamonetKunstwerk · 0 mSpendebärKunstwerk · 60 mBalancierender BärKunstwerk · 60 mWeitere Sehenswürdigkeiten in Bern
UntertorbrückeBrücken und AussichtKirchenfeldbrückeBrücken und AussichtKornhausbrückeBrücken und AussichtLorraineviaduktBrücken und AussichtAltenbergstegBrücken und AussichtEinstufung und Adresse: Bauinventar © Amt für Kultur des Kantons Bern · Wikidata. Fehler gefunden? Schreib an hallo@uebrig.ch.