Stöckli des ehemaligen Gasthofs Klösterli
Das kleine Spätbarockstöckli am Klösterlistutz 16 gehörte zum alten Gasthof Klösterli: unten Pferdestall, oben Gaststube für Reisende.

- Adresse
- Klösterlistutz 16
- Baujahr
- wohl 1759
- Architekt
- unbekannt
- Stil
- Spätbarock
- Nutzung
- ursprünglich Pferdestall und Gaststube, Anbau als Wagenremise; 1990 Büros und Atelier, 2012 Umbau zum Weincafé
- Schutz
- Regierungsratsbeschluss 2000
- Schutz
- schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Wer von der Untertorbrücke den Klösterlistutz hinaufgeht, sieht links auf einer hohen Stützmauer ein kleines Haus mit geschwungenem Mansartdach. Es steht frei und lässt sich von allen Seiten betrachten. Das Stöckli bildet zusammen mit der benachbarten alten Klösterliwirtschaft (Klösterlistutz 18) eine Einheit: gleiche Formensprache, aber deutlich bescheidener als das Hauptgebäude, das es dadurch umso besser zur Geltung bringt.
Die Denkmalpflege datiert den Bau auf „wohl 1759“. In diesem Jahr wurde der Stutz neu angelegt, der Aargauerstalden gebaut und die Klösterliwirtschaft zur Taverne erhoben. Das Stöckli diente dem Betrieb: Im Erdgeschoss standen ursprünglich Pferde, im Obergeschoss konnten sich Reisende verpflegen. Der schmale Anbau auf der Nordseite, der unter einem abgeschleppten Dach spitz gegen die Aare zuläuft, entstand gleichzeitig und war eine Wagenremise. Rund um den Brückenkopf waren Fuhrhalterei und Gastwirtschaft eng verbunden, denn die Fuhrwerke brauchten für die steilen Stalden zusätzliche Zugpferde.
Auffällig sind die guten Proportionen und die Steinmetzarbeiten: gerundete Ecklisenen und sorgfältig profilierte Gesimse, die nach dem Urteil des Bauinventars auf städtische Handwerker schliessen lassen. Das Mansartdach zeigt den Giebel zur Aare und zum Platz.
Wie der Gasthof selbst wurde auch das Stöckli über Jahrzehnte vernachlässigt. Weil Wasser lange ins Gebäude drang, ging die Innenausstattung verloren; beim Umbau von 1990 liessen sich von Decken und Dachstuhl nur die wichtigsten Teile retten. Die verwitterten Sandsteinteile auf der Westseite wurden damals ergänzt, auf der Ostseite nur stellenweise repariert, und das Haus erhielt Büros und ein Atelier. 2012 folgte ein weiterer Umbau zu einem Weincafé. Seit 2000 steht das Gebäude unter Schutz. Achten Sie beim Vorbeigehen auf die spitz zulaufende ehemalige Remise an der Aareseite.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Klösterlistutz 16 · Bauinventar der Stadt Bern: Klösterlistutz 18, 18A (Gasthof) · Bauinventar der Stadt Bern: Baugruppe Altenberg-Klösterli · Wikidata: Q128213857 · Wikipedia (de): Liste der Kulturgüter in Bern/Kirchenfeld-Schosshalde (Nord)
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