Bärn Kit BlogApps · Kunst · Essen retten – in Bern
Kunst in Bern · Bauwerk

Ehemaliges Ougspurgergut

Das ehemalige Ougspurgergut am Melchenbühlweg 26 ist ein Landsitz aus dem 18. Jahrhundert, in dem der Maler Albert Welti und Hermann Hesse lebten.

Ehemaliges Ougspurgergut, Bern
Foto: Bosta, Wikimedia Commons, CC0 · Quelle
Adresse
Melchenbühlweg 26, Melchenbühlweg 26a
Baujahr
2. Hälfte 18. Jahrhundert, im Kern vielleicht älter
Architekt
unbekannt
Stil
Berner Landsitz, Verbindung von Bauerngut und Campagne
Heute
Wohnhaus, im Bauinventar als schützenswert eingestuft
Schutz
schützenswert (Bauinventar)

Über den Bau

Auf einer Anhöhe über Wittigkofen und dem Melchenbühl, mit Blick bis zu den Alpen, steht ein langgestrecktes Haus unter einem einzigen mächtigen Dach. In der Mitte springt ein dreiachsiger Sandsteinbau mit Quergiebel nach Osten vor. Südlich schliesst der Wohnteil an: unten gemauert und verputzt, oben ein heute weiss verschindeltes Riegobergeschoss unter einem leicht asymmetrischen Ründidach. Im Norden folgt die Scheune mit sichtbarem Riegwerk und vier runden Öffnungen nebeneinander im Giebel.

Früher hiess das Gut „Grosse Matte“ oder „Hinteres Schosshaldengut“. Älteste Teile sind schon Anfang des 18. Jahrhunderts auf Plänen nachgewiesen, den ganzen Bau zeigt der Müller-Atlas von 1799; das Bauinventar datiert das Haus in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts, im Kern vielleicht älter. Nach mehreren Besitzern aus Patrizierfamilien kaufte es 1836 Hauptmann Ludwig von Ougspurger, nach dem es heute benannt ist. Der Garten war immer wieder Schauplatz in Erzählungen von Rudolf von Tavel.

Anfang des 20. Jahrhunderts wohnte hier der Maler Albert Welti, der Ende 1907 für sein Wandbild im Ständeratssaal nach Bern gezogen war; Wikidata gibt für ihn 1907 bis 1912 an. Nach Weltis Tod im Juni 1912 zog Hermann Hesse im Spätsommer desselben Jahres mit seiner Familie in das alte Landhaus am Stadtrand, das zuvor sein Freund gemietet hatte. 1919 zog Hesse ins Tessin. Das städtische Bauinventar schreibt dagegen, der Dichter habe während des Zweiten Weltkriegs hier gewohnt; das lässt sich mit seiner Biografie nicht vereinbaren.

Vor der Südseite steht über die ganze Breite ein Säulengang; die ursprünglichen Gusseisensäulen wurden um 1935 durch dickere Betonsäulen ersetzt. Davor liegt ein Terrassengarten, an dessen Südende ein vieleckiger Pavillon mit toskanischen Säulen und geschweifter Haube steht. Laut Bauinventar ist es die einzige Anlage mit Säulengang und vorgelagertem Terrassengarten in der Gegend und eine gelungene Verbindung von Bauerngut und Campagne. 2009/10 wurde der Ökonomieteil zu Wohnungen ausgebaut. Das Haus ist im Bauinventar als schützenswert eingestuft.

Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Melchenbühlweg 26, 26A · Bauinventar der Stadt Bern: Baugruppe Ougspurgergut · Wikipedia (de): Hermann Hesse · Wikipedia (de): Albert Welti · Hermann Hesse Museum Montagnola: Chronik 1912–1919 · Wikidata: Q117460167

Lage in Bern
Auf der Karte

Melchenbühlweg 26

Karte öffnen

Bauten in der Nähe

Ehemaliger Gasthof am Melchenbühlweg 2350 mSiedlung Merzenacker250 mEinfamilienhaus am Melchenbühlweg 9360 mPächterhaus am Melchenbühlweg 136400 mHenzistock am Melchenbühlweg420 mLoaradenKunstwerk · 380 mFenster für GespensterKunstwerk · 550 mZug / LineamentKunstwerk · 560 m

Alle Bauten von A bis Z · Architektur & Denkmäler: Berns geschützte Bauten auf der Karte · Sehenswürdigkeiten in Bern

Einstufung und Adresse: Bauinventar © Amt für Kultur des Kantons Bern · Objektblatt (PDF) · Wikidata. Fehler gefunden? Schreib an hallo@uebrig.ch.