Eidgenössische Münzstätte
Die Eidgenössische Münzstätte an der Bernastrasse 28 im Berner Kirchenfeld wurde 1903–1906 gebaut; hier prägt die Swissmint die Schweizer Münzen.

- Adresse
- Bernastrasse 28
- Baujahr
- 1903–1906
- Architekt
- Theodor Gohl (Direktion der eidgenössischen Bauten)
- Stil
- Neurenaissance
- Heute
- Sitz der Swissmint, Kulturgut von nationaler Bedeutung
- Schutz
- Kulturgut von nationaler Bedeutung (KGS A), schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
An der Bernastrasse im Kirchenfeld, in der Nachbarschaft von Bundesarchiv und Nationalbibliothek, steht ein Bau aus hellrotem Backstein mit hellen Natursteingliederungen. Hinter der repräsentativen Fassade werden die Schweizer Münzen hergestellt: Seit 1906 ist hier die Eidgenössische Münzstätte zu Hause, die seit 1998 den Namen Swissmint trägt.
Der Bundesstaat führte 1850 den Franken ein, besass aber zunächst keine eigene Prägestätte; die ersten Münzen kamen aus Frankreich. Ab 1855 nutzte der Bund die ehemalige bernische Münze am Gerberngraben. Als sie zu klein wurde, kaufte der Bund 1902 im Kirchenfeld ein Grundstück von der Berne Land Company. Nach knapp drei Jahren Bauzeit war der Neubau im Mai 1906 fertig, am 2. Juli 1906 übernahm ihn der Bundesrat. Das alte Gebäude wurde 1911 abgebrochen, an seiner Stelle steht heute ein Teil des Hotels Bellevue Palace.
Als Architekt gilt Theodor Gohl, der die Direktion der eidgenössischen Bauten von 1892 bis zu seinem Tod 1910 als leitender Architekt prägte. Das städtische Bauinventar nennt als Urheberin die Direktion selbst. Die Anlage umschliesst einen Innenhof: Gegen die Bernastrasse liegt der Verwaltungstrakt unter einem Mansartdach, die übrigen drei Flügel enthalten die Werkstätten.
Die Hauptfront hat sieben Achsen und einen kräftig vortretenden Mittelteil. Über einem Sockel aus St-Triphon-Kalkstein öffnet sich ein rustiziertes Rundbogenportal, darüber tragen Kolossalsäulen einen Segmentgiebel mit einem Wappen. Schauen Sie genau hin: In den Medaillons neben dem Portal und im Fries unter der Traufe tauchen Münzbilder auf, die Medaillons stammen laut Wikipedia vom Bildhauer Giuseppe Chiattone. An den Werkstattflügeln schmücken ausdrucksstarke Masken das Gurtgesims, und die Fenstergitter zeigen in ihren oberen Feldern bereits wuchernde Jugendstilformen.
Bis 1930 war die Münzstätte auch für Briefmarken zuständig, gedruckt wurden sie hier bis 1966. Die Münzplatten stellte sie bis 1967 selbst her; die Prägestempel entstehen weiterhin im Haus. Das Gebäude ist ein Kulturgut von nationaler Bedeutung. 2007 wurde die Fassade erneuert: Verwitterte Sandsteinteile ersetzte man nach Originalvorlagen, das Dach wurde mit Naturschiefer gedeckt.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Bernastrasse 28 · KGS-Inventar (Text GSK-Kunstführer): Eidgenössische Münzstätte, KGS 619 (Archivkopie) · Wikipedia (de): Swissmint · Wikipedia (de): Theodor Gohl · Wikidata: Q27037187
Bauten in der Nähe
Verwaltungsgebäude an der Hallwylstrasse 480 mReihenmietshäuser an der Kirchenfeldstrasse 4–1490 mDoppelvilla an der Aegertenstrasse 7/990 mGymnasium Kirchenfeld120 mHerrschaftliches Mietshaus an der Aegertenstrasse 1140 mKniender JünglingKunstwerk · 40 mGraffitisKunstwerk · 70 mÖffnung der ArchiveKunstwerk · 90 mEinstufung und Adresse: Bauinventar © Amt für Kultur des Kantons Bern · Objektblatt (PDF) · Wikidata. Fehler gefunden? Schreib an hallo@uebrig.ch.