Doppelvilla an der Aegertenstrasse 7/9
Eine symmetrische Doppelvilla der Neurenaissance von 1903 an der Aegertenstrasse im Berner Kirchenfeld, gebaut von Eugen Stettler.

- Adresse
- Aegertenstrasse 7, Aegertenstrasse 9
- Baujahr
- 1903
- Architekt
- Eugen Stettler, Bern
- Stil
- Neurenaissance
- Bauherrschaft
- Kirchenfeld-Baugesellschaft
- Schutz
- schützenswert; Schutzvertrag 1993 (Nr. 7)
- Umbauten
- 1940 Dachaufbau; 1954 Garage (Nr. 7); 1993/94 Dachsanierung; 1998 und 2005 Fassaden (Nr. 7)
- Schutz
- schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
An der Aegertenstrasse 7 und 9 steht eine kompakte, streng symmetrische Doppelvilla unter einem Mansartdach mit flachem Walm. Der Putz ist im Erdgeschoss gebändert, im Obergeschoss an den Schmalseiten in Felder geteilt und sonst glatt. Weit gesetzte Ecksteine und ein durchlaufendes Gesims zwischen den Geschossen ordnen die Fassaden.
Die Strassenseite besteht aus einem breiten, nur wenig vortretenden Mittelteil und je einer Randachse. Dieser Mittelteil hat fünf Achsen, in denen sich starke und schwache abwechseln; in seiner Mitte liegen drei Achsen, eingefasst von zwei Portalachsen, und darüber ein Attikageschoss mit Pilastern und Dreieckgiebel, in dessen Feld ein rundes Fenster sitzt. Die Fenster der Nebenachsen tragen Dreieckgiebel, jene der Portalachsen gerade Gebälke oder Segmentgiebel. Auf dem Dach stehen Zinkzier und Urnen, dazu barockisierende Ochsenaugen-Lukarnen. Zum Garten hin hat das Haus Veranden.
Architekt war Eugen Stettler (1840–1913), Bauherrin die Kirchenfeld-Baugesellschaft. Stettler hatte an der École des Beaux-Arts in Paris studiert, bei Charles Garnier gearbeitet und war 1867–1876 Stadtbauinspektor in Bern; zu seinen Werken gehört das Kunstmuseum. Ab 1887 war er Mitglied der Kirchenfeld-Baugesellschaft, die sein Vater Eduard Stettler 1872 mitbegründet hatte. Die Quartiergeschichte nennt ihn den Hauptarchitekten der Gesellschaft, der einer konservativen, italienisch gefärbten Neurenaissance folgte.
Das Bauinventar hebt hervor, dass Stettler hier, unbeeindruckt vom Jugendstil, seine Neurenaissance noch einmal gesteigert habe; keine seiner anderen Doppelvillen im Kirchenfeld sei so fein rhythmisiert. Das Haus ist mitsamt ursprünglicher Einfriedung und Vortreppen vollständig erhalten. Spätere Eingriffe: 1940 ein Dachaufbau, 1954 eine Garage bei Nr. 7, 1993/94 die Dachsanierung und 1998 und 2005 Fassadenarbeiten an Nr. 7, für die seit 1993 ein Schutzvertrag besteht. Achten Sie auf das kleine Rundfenster im Giebel.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Aegertenstrasse 7, 9 · Historisches Lexikon der Schweiz: Eugen Stettler · Historisches Lexikon der Schweiz: Eduard Stettler · Bauinventar der Stadt Bern: Quartiergeschichte Kirchenfeld-Brunnadern · Wikidata: Q139482326
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