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Kunst in Bern · Bauwerk

Verwaltungsgebäude an der Hallwylstrasse 4

Das Verwaltungsgebäude an der Hallwylstrasse 4 im Berner Kirchenfeld entstand 1902 bis 1904 für die Eidgenössische Landestopographie.

Verwaltungsgebäude an der Hallwylstrasse 4, Bern
Foto: Hadi, Wikimedia Commons, CC0 · Quelle
Adresse
Hallwylstrasse 4
Baujahr
1902–1904, Erweiterung 1916, Aufstockung 1953
Architekt
Theodor Gohl, Direktion der eidgenössischen Bauten (im Bauinventar „Guhl“)
Stil
Neorenaissance nach florentinischem Vorbild
Heute
Bundesamt für Wohnungswesen und Sekretariat der Wettbewerbskommission
Schutz
schützenswert (Bauinventar)

Über den Bau

Im westlichen Kirchenfeld bilden mehrere Bundesbauten um 1900 eine Gruppe: das Bundesarchiv, die frühere Münzstätte und das Haus an der Hallwylstrasse 4. Es entstand 1902 bis 1904 für die Eidgenössische Landestopographie, als Werkstatt für die Kartenherstellung mit einigen Büros. Die Hauptfassade schaut nach Norden, weil die Kartografen für ihre Arbeit gleichmässiges Nordlicht brauchten.

Entworfen hat den Bau Theodor Gohl, Chefarchitekt der Direktion der eidgenössischen Bauten, der auch Bundesarchiv und Münzstätte plante. Gohl, 1844 in Aarberg geboren, hatte am Polytechnikum in Zürich bei Gottfried Semper studiert und war zuvor Stadtbaumeister in Winterthur und Kantonsbaumeister in St. Gallen gewesen. Das städtische Bauinventar schreibt den Namen „Guhl“; gemeint ist derselbe Bau und dieselbe Bauherrschaft.

Das Vorbild ist die florentinische Frührenaissance. Über einem Sockel aus Hartstein folgen anderthalb Geschosse aus kräftig bossiertem Sandstein mit Rundbogenfenstern, darüber zwei Geschosse aus gelbem Sichtbackstein mit Doppelbogenfenstern. Ein Mansarddach schliesst den elfachsigen Hauptbau ab. Der Schmuck sammelt sich am Mittelrisalit: ein Portal mit gesprengtem Giebel, ein grosses Wappen der Eidgenossenschaft und Eingangstüren mit Schmiedeeisengittern.

1916 kam eine Erweiterung hinzu. Die Landestopographie blieb bis 1941, danach nutzten verschiedene Bundesämter das Haus. 1953 wurde es aufgestockt, 2007 die Fassade saniert und die Wandmalereien restauriert. Von 2009 bis 2012 bauten die Berner Architekten Suter + Partner es für das Bundesamt für Bauten und Logistik um: Neue Fenster erhielten wieder braune Holzläden statt grüner Kunststoffrollläden, und in den Gängen kam der ursprüngliche Terrazzoboden wieder zum Vorschein. Danach zog das Staatssekretariat für Bildung und Forschung ein. Seit Dezember 2021 hat hier das Bundesamt für Wohnungswesen seinen Sitz, das von Grenchen nach Bern zurückkehrte; es teilt das Gebäude mit dem Sekretariat der Wettbewerbskommission.

Ein Detail passt zum ersten Nutzer: Die Bogenfelder über den Erdgeschossfenstern zeigen gemalte Bildnisse namhafter Geografen, ausgeführt allein in Brauntönen.

Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Hallwylstrasse 4 · Bundesamt für Bauten und Logistik: Bern, Hallwylstrasse 4, Nutzungsoptimierung und Unterhalt (2012) · Historisches Lexikon der Schweiz: Theodor Gohl · Wikipedia (de): Hallwylstrasse 4 · LawMedia: Bundesamt für Wohnungswesen BWO zieht von Grenchen nach Bern um (Dez. 2021) · Wikidata: Q107065382

Lage in Bern
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Hallwylstrasse 4

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