Reihenmietshäuser an der Kirchenfeldstrasse 4–14
Sechs Mietshäuser von 1899 an der Kirchenfeldstrasse in Bern, nach Angabe der Denkmalpflege eine der ersten neubarocken Mietshausreihen der Stadt.

- Adresse
- Kirchenfeldstrasse 10, Kirchenfeldstrasse 12, Kirchenfeldstrasse 14, Kirchenfeldstrasse 4 …
- Baujahr
- 1899
- Architekt
- Gottlieb Rieser, Bern (zugleich Bauherr)
- Stil
- Neubarock
- Schutz
- schützenswert, Baugruppe Kirchenfeld
- Schutz
- schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
An der Kirchenfeldstrasse, zwischen den Nummern 4 und 14, reiht sich eine Folge von sechs Mietshäusern unter Mansartdächern. Die glatt verputzten Fassaden haben einfache hohe Rechteckfenster, teils paarweise angeordnet. Den Sockel bildet das Kellergeschoss, soweit es über den Boden ragt, mit schmalen, querliegenden Lichtöffnungen. Auf den Dächern stehen auffällige Dreifachkamine mit Hut.
Die Reihe entstand 1899 nach Plänen des Berner Architekten Gottlieb Rieser, der auch als Bauherr eingetragen ist. Die städtische Denkmalpflege nennt sie eine der ersten neubarocken Mietshausreihen Berns. Damit passt sie zu einer Entwicklung, die die Quartiergeschichte beschreibt: Weil in Bern nur wenige Villen und Doppelvillen gefragt waren, bauten die Baugesellschaft und andere Bauherren im Kirchenfeld in grossem Umfang Reihenhäuser, die mit Eck- und Mittelakzenten symmetrisch gegliedert wurden und zusammen wie ein Palais wirken.
Genau so ist diese Reihe aufgebaut. Die zwei mittleren Häuser, je drei Achsen breit, springen als Risalit vor; in ihrer Mittelachse liegt das Treppenhaus, das drei Geschosse hoch geführt ist und mit einem Rundbogengiebel samt Kugel endet. Bei den Zwischenbauten Nr. 6 und 12 bilden Haustür und Treppenhausfenster zusammen ein senkrechtes Band. Die Eckhäuser Nr. 4 und 14 bilden je einen zweiachsigen Risalit, an ihren Schmalseiten steht ein weit vortretendes Treppenhaus mit eigenem Mansartdach, und im Winkel dazu liegt eine Vorhalle mit Stichbogen. Die Rückseite wiederholt die Gliederung in einfacheren Formen.
Die Eingänge sind die Schmuckstücke: Portale mit Stichbogen und Treppenhausfenster mit Korb- oder Stichbogen, über denen Rocaille-Kartuschen mit Verdachung sitzen. Erhalten ist auch die ursprüngliche Einfriedung, die dem Gelände in Stufen folgt. Spätere Eingriffe betrafen einzelne Häuser, etwa 1995/96 eine Galerie mit Terrasse und 1997 die Verglasung der Loggia im Erdgeschoss von Nr. 8. Die Reihe gilt als schützenswert und gehört zur Baugruppe Kirchenfeld. Schauen Sie sich die Kartuschen über den Treppenhausfenstern an.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Kirchenfeldstrasse 4–14 · Wikidata: Q106622190 · Bauinventar der Stadt Bern: Quartiergeschichte Kirchenfeld-Brunnadern
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