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Kunst in Bern · Bauwerk

Gymnasium Kirchenfeld

Das Gymnasium Kirchenfeld an der Kirchenfeldstrasse 25 ist ein strenger, klassisch gegliederter Schulbau von 1923 bis 1926 mit Wandbildern von Cuno Amiet.

Gymnasium Kirchenfeld, Bern
Foto: Marianabeauty, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 · Quelle
Adresse
Kirchenfeldstrasse 25
Baujahr
1923–1926 (Schule gegründet 1834)
Architekt
Widmer & Daxelhoffer
Stil
Neuklassizismus
Heute
Kantonales Gymnasium mit drei Abteilungen
Schutz
Kulturgut von regionaler Bedeutung (KGS B), schützenswert (Bauinventar)

Über den Bau

An der Kirchenfeldstrasse erstreckt sich ein langer, symmetrischer Baublock auf hohem Sockel. In der Mitte tritt ein Bauteil mit neun Achsen hervor, gegliedert durch kannelierte Pilaster über mehrere Geschosse; ihre Kapitelle sind mit Palmetten geschmückt. Auf dem Gebälk sitzen an den Ecken geflügelte Löwen, darüber folgt eine zurückgesetzte Attika. Die Seitenflügel zählen je zwölf Fensterachsen und sind fast schmucklos, nur Rosetten sitzen zwischen den Fenstern. Die Schule bildet mit der wenige Jahre später gebauten Nationalbibliothek an der Hallwylstrasse einen Platz, an dem man den raschen Stilwandel der 1920er-Jahre ablesen kann.

Die Schule ist älter als ihr Haus. Mit der Gründung der Universität 1834 entstand die Literarschule, die von 1856 bis 1880 Kantonsschule hiess und danach mit der Realschule der Stadt zusammengelegt wurde; so entstand das Städtische Gymnasium. Bis 1885 war es an der Herrengasse 25 untergebracht, dann am Waisenhausplatz. 1922 schrieb die Stadt einen Wettbewerb für einen Neubau aus. Gebaut wurde 1923 bis 1926 nach Plänen des Büros Widmer & Daxelhoffer, Bauherrin war die Einwohnergemeinde Bern. 1926 zog das Gymnasium ein.

Oft wird das Gebäude als rückständig neben der modernen Nationalbibliothek gesehen. Der Architekturhistoriker Dieter Schnell hält das 2024 in der Zeitung „Der Bund“ für ein Missverständnis: Nach dem Ersten Weltkrieg habe man sich an der schlichten Architektur des Biedermeier orientiert und klassische Formen genutzt, um ein grosses Schulhaus klar zu ordnen. Die Aula liegt deshalb im ersten Stock direkt über dem Haupteingang, hinter den Pilastern der Mitte. Im Vorraum steht ein runder Brunnen. Nach dem Bauinventar ist der Zustand der Bauzeit erhalten.

Im Haus ist Kunst der 1920er-Jahre zu finden. Cuno Amiet malte 1927/28 mit J. P. Flück in der Aula fünf grosse Bilder von Berner Persönlichkeiten, darunter Jeremias Gotthelf, der Chirurg Theodor Kocher und der Maler Ferdinand Hodler; dazu kommen Philipp Emanuel von Fellenberg und Jakob Stämpfli. Victor Surbek schuf 1928 Wandbilder zu den Irrfahrten und der Heimkehr des Odysseus. Auf dem Pausenplatz stehen Bronzegruppen von Knaben und Mädchen von Karl Geiser, der selbst Schüler des Gymnasiums war. 1988 kamen zwei Pavillons auf dem südlichen Vorplatz hinzu. Seit 2005 sind die früher drei Gymnasien im Haus in einer Schule mit drei Abteilungen vereint.

Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Kirchenfeldstrasse 25 · Dieter Schnell: Ode an ein Berner Gebäude, Der Bund, 9. April 2024 (PDF beim BSA) · Wikipedia (de): Gymnasium Kirchenfeld · Wikipedia (fr): Gymnase de Kirchenfeld · Wikidata: Q1558147

Lage in Bern
Auf der Karte

Kirchenfeldstrasse 25

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