Gärtner- und Pförtnerhaus des Schönberggutes
Das kleine Gärtner- und Pförtnerhaus von 1856 an der Laubeggstrasse 34 in Bern bewacht die Einfahrt zum Landsitz Schönberg mit seinem Neubarockportal.

- Adresse
- Laubeggstrasse 34
- Baujahr
- 1856
- Architekt
- unbekannt
- Stil
- barocke Formensprache; Portal Neubarock
- Bauherrschaft
- Samuel Sigmund von Fischer-von Sinner
- Schutz
- schützenswert, Baugruppe Landsitz Schönberg
- Schutz
- schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Direkt an der Laubeggstrasse steht ein kleiner Pavillon unter einem Mansartwalmdach: das Haus, in dem der Gärtner des Landsitzes Schönberg wohnte und das zugleich als Pförtnerhaus diente. Es wurde 1856 gebaut und knüpft in seinen Formen an den Barock an. Die schmale Eingangsseite mit nur einer Achse ist dem Zufahrtsweg zugewandt; über der Tür mit Sandsteingewände sitzt eine Lukarne mit Dreieckgiebel, und an beiden Traufseiten öffnen je zwei Lukarnen das Dachgeschoss. Spätere Anbauten haben den Pavillon verändert, 1867 kam ein Schuppen dazu, und 2015/16 wurde er saniert und umgebaut.
Unmittelbar neben dem Häuschen liegt das Hauptportal des Landsitzes, ein grosses, nach vorn gewölbtes Tor im Stil des Neubarocks. Das Bauinventar schreibt den Entwurf Henry B. von Fischer zu und datiert den Bau auf 1914. Das Historisch-Topographische Lexikon der Stadt Bern von Berchtold Weber vermutet hingegen, dass Portaleinfahrt und Brunnen aus der Zeit stammen, als Henry Berchtold von Fischer 1897 das Landgut renovierte. Vom Tor aus führt der Weg in einer sanften Rechtskurve zum Herrenhaus auf der Anhöhe, das hinter alten Bäumen kaum zu sehen ist.
Bauherr des Gärtnerhauses war Samuel Sigmund von Fischer-von Sinner, damals Oberamtmann. Er ersetzte einen um 1730 entstandenen Vorgängerbau durch einen neuen Herrenstock mit Peristyl und Scheune und liess dazu ein Ökonomiegebäude und eben das Gärtnerhaus bauen; den Herrenstock entwarfen laut Weber Gottlieb Hebler und Theodor Zeerleder. Der Name Schönberg ist nach Weber eine beschönigende Bezeichnung: Bis 1817 stand auf der Anhöhe, die heute zum Park gehört, der Galgen des Hochgerichts Untenaus. 1872 kamen Orangerie und Gewächshaus hinzu.
Die Familie von Fischer besass das Gut bis 1943; dann kaufte es die Stadt Bern. Die weite Grünfläche um die Bauten blieb weitgehend frei, nur nahe der Wohnsiedlung aus den 1920er-Jahren wurden um 2014 zwei grosse Wohnbauten eingefügt. Das Gärtner- und Pförtnerhaus ist als schützenswert eingestuft und gehört zur Baugruppe Landsitz Schönberg. Schauen Sie auf die Lukarne über der Tür: Ihr Dreieckgiebel ist der einzige Schmuck der Eingangsseite.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Laubeggstrasse 34 · Bauinventar der Stadt Bern: Baugruppe Landsitz Schönberg · Berchtold Weber: Historisch-Topographisches Lexikon der Stadt Bern, „Schönberg“ · Wikidata: Q138927988
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