Blutturm
Der Blutturm am Langmauerweg ist ein halbrunder Wehrturm von 1468–1470 an der Aare und ein seltener Rest der alten Berner Stadtbefestigung.

- Adresse
- Langmauerweg 114
- Baujahr
- 1468–1470
- Architekt
- unbekannt; Bauherrschaft Stadt und Republik Bern
- Stil
- Spätmittelalterlicher Wehrturm
- Heute
- Geschütztes Baudenkmal am Aareweg
- Schutz
- Kulturgut von regionaler Bedeutung (KGS B), schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Unten an der Aare, wo der Langmauerweg dem Ufer folgt, steht ein gedrungener runder Turm mit kegelförmigem Ziegeldach. Seine Mauern sind grösstenteils aus Tuffstein, an den Seiten 2,1 Meter dick. Vom Turm zieht eine Mauer den Hang hinauf, die Haldensperrmauer, die bis zum Wurstembergerturm an der Hodlerstrasse reicht.
Gebaut wurde der Turm 1468 bis 1470 im Auftrag der Stadt und Republik Bern. Er ist halbrund und war ursprünglich zur Stadtseite hin, nach Osten, offen. Bis zum Dachansatz misst er gut acht Meter, mit Dach etwa 15 Meter. Turm und Mauer sperrten den Hang zwischen der Stadt auf dem Plateau und dem Fluss. Welchem Befestigungsring sie angehörten, wird unterschiedlich gezählt: Das Bauinventar spricht von der dritten Westbefestigung, Wikipedia vom vierten Westgürtel, als dessen nördliches Schlussglied der Turm diente. Zu diesem Mauerring gehörte einst auch der Christoffelturm, das bekannteste Stadttor am oberen Ende der Altstadt, der 1865 abgerissen wurde. Heute sind Blutturm und Haldenmauer der grösste erhaltene Rest dieser Befestigung.
Seinen Namen trägt der Turm erst seit dem 18. Jahrhundert: 1732 nannte ihn Johann Rudolf Gruner in einer Schrift erstmals Blutturm. Woher die Bezeichnung kommt, ist nicht belegt. 1756 taucht der Name „Hexenthurm“ auf, 1783 in einem amtlichen Papier „Harzthurm“. Die erste bekannte Abbildung stammt von Hans Rudolf Manuel, der den Turm 1549 in seiner Stadtansicht zeigte. Ab 1806 bleichte das Anatomische Institut im Turm Skelette, worüber sich die Bevölkerung mehrfach beschwerte.
Seit 1908 steht der Turm unter kantonalem Schutz, und er ist ein Kulturgut von regionaler Bedeutung. Der Ring, zu dem er gehörte, entstand nach Burgenwelt als Folge des Laupenkriegs, als Bern ab 1344 im Westen erneut erweitert und befestigt wurde; von dieser Mauer blieb vor allem die nördliche Flanke mit dem Blutturm am Ufer erhalten.
Ein Detail zum Suchen: der poröse Tuffstein des Mauerwerks, der sich deutlich vom Sandstein der Altstadt unterscheidet.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Langmauerweg 114 · Wikipedia (de): Blutturm (Bern) · Burgenwelt: Stadtbefestigung Bern · Wikidata: Q15789074
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