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Kunst in Bern · Bauwerk

Lorraineviadukt

Der Lorraineviadukt führt die Bahn seit 1941 auf 1092 Metern vom Bahnhof Bern über die Aare ins Wylerfeld, mit einem Betonbogen von 150 Metern.

Lorraineviadukt, Bern
Foto: Yann (talk), Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 · Quelle
Baujahr
1937–1941 (Bauinventar); 1936–1941 (Wikipedia)
Architekt
H. Klauser
Heute
Bahnstrecke Bern–Olten, im Bauinventar schützenswert
Bauherr
Schweizerische Bundesbahnen SBB
Ingenieur
A. Bühler
Länge
1092 m, Bogenspannweite 150 m

Über den Bau

Wer von der Lorrainebrücke flussabwärts schaut, sieht gleich daneben einen weiten Betonbogen über die Aare springen. Er gehört zum Lorraineviadukt, auf dem die Züge zwischen dem Bahnhof Bern und dem Wylerfeld in Richtung Olten fahren. Bei der Bahn heisst das Bauwerk offiziell nur „Lorraine“. Mit 1092 Metern war es bei der Eröffnung 1941 die längste Eisenbahnbrücke der Schweiz; erst 1969 übertraf es der Hardturmviadukt mit 1126 Metern.

Anlass für den Bau war die Rote Brücke von 1858, die alte Bahnbrücke an dieser Stelle. Mit immer schwereren Zügen und dichterem Verkehr wurde sie zum Engpass, zuletzt durften sie nicht einmal mehr zwei Züge gleichzeitig befahren. Ab 1918 liessen die SBB verschiedene Varianten prüfen, 1929 fiel der Entscheid, die Linie vom Verlauf des heutigen Nordrings an die Lorrainehalde zu verlegen und viergleisig neu anzulegen. Gebaut wurde laut Bauinventar der Stadt Bern von 1937 bis 1941, nach der deutschen Wikipedia ab 1936. Als Ingenieur nennt das Bauinventar A. Bühler, als Architekten H. Klauser.

Der Viadukt besteht aus vier hintereinanderliegenden Brücken, grösstenteils aus Stahlbeton: dem 400 Meter langen Abschnitt über die Talwegmulde, 199 Metern auf dem Lorraineplateau mit einer Pilzdecke, der 327 Meter langen Aarebrücke und 199 Metern über Schützenmatte und Neubrückstrasse. Herzstück ist der Bogen über den Fluss mit 150 Metern Spannweite und 33 Metern Stich. Er ist als Hohlkasten gebaut und wird zum Scheitel hin schlanker. Betoniert wurde er auf einem hölzernen Lehrgerüst aus zwölf Fachwerkbindern, das 146 Meter frei überspannte.

Am 12. Juni 1941 stellte man zur Belastungsprobe zwanzig Dampflokomotiven auf die neue Brücke. Heute gehört der Viadukt den SBB, und die städtische Denkmalpflege führt ihn als schützenswert. Sie lobt die klare Form: Auch die Abstände der Stützen, die über dem Bogen die Fahrbahn tragen, nehmen gegen die Mitte hin ab. Ein Detail für den Blick vom Ufer: Der obere Rand des Bogens steht leicht vor und wirft einen Schatten, der dem mächtigen Bogen seine Schwere nimmt.

Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Eisenbahnbrücke (Länggasse-Neufeld) · Wikipedia (de): Lorraineviadukt · Wikipedia (en): Lorraine railway viaduct · Wikipedia (fr): Viaduc de Lorraine · Wikidata: Q1870402

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