Kreuzgassbrunnen
Der Kreuzgassbrunnen am unteren Ende der Kramgasse ist ein Obeliskbrunnen von 1778 und das Vorbild der späteren Obeliskbrunnen in der Berner Altstadt.

- Adresse
- Kramgasse, 3011 Bern
- Baujahr
- 1778 (laut Wikipedia 1778/79)
- Architekt
- Entwurf Niklaus Sprüngli zugeschrieben; Ausführung Meister Reist und J. C. Wieser
- Stil
- Klassizistischer Obeliskbrunnen
- Heute
- Laufbrunnen mit Trinkwasser
- Schutz
- Kulturgut von nationaler Bedeutung (KGS A)
Über den Bau
Wo die Kreuzgasse die Hauptgasse der Altstadt quert, steht am unteren Ende der Kramgasse vor dem Haus Nummer 5 ein Brunnen ohne Figur. Statt einer Gestalt krönt ihn ein schlanker Obelisk. Damit zählt er zur Gruppe der Berner Brunnen ohne Figuren, die im 18. und 19. Jahrhundert entstanden; hinter ihm liegt das Zunfthaus zum Affen.
Der heutige Brunnen ist bereits der vierte an diesem Gassenkreuz. Ein erster, wohl hölzerner Brunnen ist in der Stadtrechnung vor 1433 erwähnt; er stand vermutlich zuoberst in der heutigen Gerechtigkeitsgasse, nahe beim damaligen Richterstuhl. 1520 folgte ein steinerner Brunnen mit einem bewaffneten Bären, der das Berner Banner hielt. Er wurde 1646 entfernt und später vor dem Aarbergertor wieder aufgestellt. Den dritten Brunnen schuf 1657 bis 1659 der Freiburger Steinhauer Dominicus Gall, nun am unteren Ende der Kramgasse, mit einer korinthischen Säule, vier Röhren und einem achteckigen Becken. 1778 wurde er abgebrochen.
Noch im selben Jahr entstand der heutige Brunnen aus Solothurner Kalkstein; Wikipedia gibt 1778/79 an. Wer ihn entworfen hat, steht in keiner Rechnung. Wikipedia schreibt den Entwurf Niklaus Sprüngli zu, der seit 1770 Berner Werkmeister war: Seine Formensprache passt zu gesicherten Werken, und eine Katalognotiz von 1804 erwähnt ein Modell des Brunnens von seiner Hand. Ausgeführt haben ihn ein Meister Reist und J. C. Wieser, die laut Abrechnung als Bildhauer und Vergolder arbeiteten.
Der Brunnen gilt als Urform des Berner Obeliskbrunnens. Er ist ein Kulturgut von nationaler Bedeutung und liefert wie die anderen Altstadtbrunnen Trinkwasser aus dem Netz von Energie Wasser Bern.
Wer am Gassenkreuz steht, kann die Stelle des ersten Brunnens oben in der Gerechtigkeitsgasse suchen und den Weg vergleichen, den der Standort über vier Jahrhunderte genommen hat.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Wikipedia (de): Kreuzgassbrunnen · Historisches Lexikon der Schweiz: Niklaus Sprüngli · Wikidata: Q19362501
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