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Kunst in Bern · Bauwerk

Krematorium Bremgartenfriedhof

Das Krematorium am Bremgartenfriedhof an der Weyermannsstrasse 1 in Bern wurde 1907/08 gebaut und bis 1936 mit Urnenhallen und Konchen erweitert.

Krematorium Bremgartenfriedhof, Bern
Foto: Sandstein, Wikimedia Commons, CC BY 3.0 · Quelle
Adresse
Weyermannsstrasse 1
Baujahr
1907–1908; Erweiterungen 1916, 1931, 1935/36
Architekt
erster Bau unbekannt (Bauinventar) bzw. Lutstorf & Mathys (Genossenschaft); Erweiterungen Lutstorf & Mathys und Walter Hodler
Stil
Jugendstil (Bauinventar) bzw. historisierender ägyptischer Stil (Genossenschaft)
Heute
Krematorium; in zwei Urnenhallen entsteht das Restaurant „La Vie“
Bauherr
Bernische Genossenschaft für Feuerbestattung
Schutz
Kulturgut von regionaler Bedeutung (KGS B), schützenswert (Bauinventar)

Über den Bau

In der nordwestlichen Ecke des Bremgartenfriedhofs steht ein Bau, der in mehreren Etappen gewachsen ist. Den Kern bildet ein rechteckiger Saalbau, über dem auffallend wuchtige Kamine aufragen. Um ihn herum legen sich Urnenhallen mit Rundbogenarkaden und Blendkolonnaden wie ein Kreuzgang. Bauherrin war die Bernische Genossenschaft für Feuerbestattung, die das Gelände bis heute im Baurecht nutzt.

Die Genossenschaft wollte die Feuerbestattung in Bern fördern. Nach dem Bauinventar wurde die Vereinigung 1887 gegründet, die Genossenschaft selbst nennt 1888. 1907 begann der Bau, 1908 war das Krematorium fertig. Beim Entwurf gehen die Quellen auseinander: Das Bauinventar führt den Architekten des ersten Baus als unbekannt und beschreibt ihn in Formen des Jugendstils. Die Genossenschaft schreibt, das Büro Lutstorf & Mathys habe geplant und Gottlieb Rieser ausgeführt, und nennt den Stil mit Bezug auf den Architekturhistoriker Ivo Zemp einen historisierenden ägyptischen Stil.

Im Innern trennte ein triumphbogenartiger Einzug den Raum der Trauergemeinde von einem chorartigen Teil mit dem Katafalk. 1916 kam die U-förmige Urnenhalle von Lutstorf & Mathys hinzu, 1931 als vierter Flügel eine Halle im Süden mit Vorhalle. 1935/36 baute Walter Hodler zwei seitliche Konchen an und machte so aus dem langen Abdankungsraum einen Zentralraum. Westlich folgten zwischen 1963 und 1977 weitere Bauten; der heutige Ofenbetrieb liegt in einem Neubau von 1994.

Weil Urnen heute kaum mehr in Hallen beigesetzt werden, entsteht in zwei früheren Urnenhallen das Restaurant „La Vie“, das erste dieser Art auf einem Schweizer Friedhof. Zu den Kunstwerken der Anlage zählt das Bauinventar Glasmalereien und Sgraffiti, und es bewertet den gewachsenen Komplex als kultur-, religions- und kunstgeschichtlich wertvoll.

Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Weyermannsstrasse 1 (Bremgartenfriedhof, Krematorium) · Bernische Genossenschaft für Feuerbestattung: Krematorium Bern, Architektur · Bernische Genossenschaft für Feuerbestattung: Über die bgf · swissinfo.ch / Keystone-SDA: Bern betritt mit Friedhofsrestaurant „La Vie“ Neuland (16.8.2025) · Wikidata: Q93903737

Lage in Bern
Auf der Karte

Weyermannsstrasse 1

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