Ehemaliges Kornhaus
Das Kornhaus am Kornhausplatz 18 wurde ab 1711 als Getreide- und Weinlager der Republik Bern gebaut und ist heute ein Kulturhaus in der Altstadt.

- Adresse
- Kornhausplatz 18
- Baujahr
- 1711–1718 (Bauinventar, HLS); 1711–1715 laut Wikipedia
- Architekt
- Hans Jakob Dünz (Wikipedia: mit Abraham Dünz dem Jüngeren)
- Stil
- Barock
- Heute
- Bibliothek, Kornhausforum, Restaurant im Keller
- Schutz
- Kulturgut von nationaler Bedeutung (KGS A), schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Wer am Kornhausplatz steht, sieht den grossen Sandsteinbau, nach dem der Platz benannt ist. Gegenüber lag einst die alte Reitschule, die im frühen 20. Jahrhundert dem Stadttheater Platz machen musste. Die Denkmalpflege der Stadt zählt das Kornhaus zu den bedeutendsten öffentlichen Bauten, die Bern im frühen 18. Jahrhundert errichtet hat; es ist ein Kulturgut von nationaler Bedeutung.
Bauherrin war die Republik Bern. Nach dem Bauinventar und dem Historischen Lexikon der Schweiz entstand das Haus von 1711 bis 1718 nach Plänen von Hans Jakob Dünz. Die deutschsprachige Wikipedia nennt dagegen 1711 bis 1715 und schreibt den Entwurf den Brüdern Hans Jakob und Abraham Dünz dem Jüngeren gemeinsam zu. Verwaltet wurde der Speicher vom städtischen Kornamt, das seit 1482 bestand und 1798 aufgehoben wurde. In den Obergeschossen lag Getreide, im Keller Wein; mit diesen Vorräten bezahlte die Stadt Gehälter in Naturalien. Das Lexikon zählt das Berner Haus mit Fasskeller und Markthalle zu den stattlichsten Kornhäusern der Schweiz.
Im 19. Jahrhundert änderte sich die Nutzung mehrfach. 1870 zog die kantonale Muster- und Modellsammlung ein, später wurde daraus ein Gewerbemuseum. Den Umbau leitete der Architekt Adolf Tièche, nach dem Bauinventar 1896 bis 1898, nach Wikipedia ab 1895. Dabei erhielten die Obergeschosse eine neue Tragstruktur aus Stahl, und die Fassaden bekamen zusätzliche Fenster. Den Keller baute Friedrich Schneider zu einem grossen Festsaal aus. Rudolf Münger gewann den Wettbewerb für die Ausmalung und überzog Wände und Gewölbe im Jugendstil mit den Wappen der bernischen Ämter, Sprüchen von Otto von Greyerz, Liedbändern, Blumen und Tieren. Die Halle im Erdgeschoss wurde mit Einbauten geschlossen.
Von 1975 bis 1980 stellte man das Äussere so wieder her, wie es 1718 ausgesehen hatte. Bei der Gesamtsanierung 1997/98 wurden im ersten und zweiten Obergeschoss die alten Raumverhältnisse zurückgewonnen und die Stahlkonstruktion von 1897 sichtbar gemacht; die Erdgeschosshalle ist seither wieder offen. Heute beherbergt das Haus die Hauptbibliothek der Kornhausbibliotheken, das Kornhausforum mit Ausstellungen und im Gewölbekeller ein Restaurant. Beim Blick nach oben lohnt sich das Giebelfeld über der Hauptfassade, das nach einem Entwurf von Johann Rudolf Huber gestaltet ist.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Kornhausplatz 18 · Historisches Lexikon der Schweiz: Kornhäuser · Wikipedia (de): Kornhaus (Bern) · Wikipedia (fr): Grenier à blé (Berne) · Wikidata: Q1784541
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