Bärn Kit BlogApps · Kunst · Essen retten – in Bern
Kunst in Bern · Bauwerk

Gesellschaftshaus zu Mittellöwen

Das Haus der Gesellschaft zu Mittellöwen zwischen Amthausgasse 6 und Marktgasse 11 war einst der Gasthof „Goldener Falken“ in der Berner Altstadt.

Gesellschaftshaus zu Mittellöwen, Bern
Foto: Funck77, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 · Quelle
Adresse
Amthausgasse 6, Marktgasse 11
Baujahr
Umbauten 1732–1736, Fassade Amthausgasse 1765/66, Neubau dahinter 1905/06
Architekt
Niklaus Sprüngli zugeschrieben (Fassade 1766); Lindt & Hofmann (1905/06)
Stil
Spätbarock (Amthausgasse), Neubarock (Marktgasse)
Heute
Gesellschaftshaus der Gesellschaft zu Mittellöwen mit Geschäftsräumen
Schutz
schützenswert (Bauinventar)

Über den Bau

Das Haus der Gesellschaft zu Mittellöwen reicht von der Amthausgasse bis zur Marktgasse und hat darum zwei ganz verschiedene Fronten. An der Amthausgasse 6 sieht man eine spätbarocke Fassade mit vier Achsen und vier Geschossen; die beiden mittleren Achsen treten leicht hervor, Lisenen fassen das erste und zweite Obergeschoss zusammen, darüber liegt ein Attikageschoss. Auf einer Konsole sitzt ein roter Löwe von 1905/06, das Zeichen der Gesellschaft. An der Marktgasse 11 steht dagegen ein Geschäftshaus von 1905 mit drei Laubenbögen und reichen neubarocken Fenstergittern.

Die Geschichte des Grundstücks ist lang. Erstmals erscheint das Haus 1389 im Udelbuch. 1465 gehörte es dem Bischof von Lausanne, Guillaume de Varax, der es als Absteige nutzte; der spätere Name „Zum Falken“ geht vermutlich auf das Wappen seines Nachfolgers Aymon de Montfalcon zurück. 1546 verkaufte die Stadt das Haus an Ulrich Koch, zehn Jahre später ist erstmals vom „Goldenen Falken“ die Rede. 1722 erwarb die Gesellschaft zu Mittellöwen den Gasthof für 32 000 Pfund. Von da an war er Gasthaus und Gesellschaftshaus zugleich. Nach der Website der Gesellschaft galt er als erste Adresse in Bern; 1777 logierte hier Kaiser Joseph II.

Bauarbeiten sind für die Jahre 1732 bis 1736 belegt, das Bauinventar spricht von einem Neubau des Hauses an der Marktgasse. Die Fassade an der Amthausgasse entstand 1765/66; Wikipedia schreibt sie Niklaus Sprüngli zu, gestützt auf Zahlungen in der Rechnung des Säckelmeisters. 1904 endete der Hotelbetrieb, nach der Gesellschaft aus wirtschaftlichen Gründen. Das Haus wurde abgebrochen, nur die Fassade an der Amthausgasse blieb stehen. Dahinter bauten Paul Lindt, damals Präsident der Gesellschaft, und sein Partner Max Hofmann 1905/06 ein Zunft- und Geschäftshaus. Die Marktgassfront orientiert sich an Berner Vorbildern des späten 18. Jahrhunderts.

Beim Umbau 1962/63 verschwand das Erdgeschoss der barocken Fassade; vier schmucklose Sandsteinpfeiler bilden seither eine Laube, was das Bauinventar als schwere Beeinträchtigung wertet. Erhalten blieben die beiden Zunfträume und das Treppenhaus. 1964 kam das Nachbarhaus Amthausgasse 4 im Baurecht dazu, und beim Umbau 1991/92 wurde der Saal im ersten Stock dorthin erweitert. Die Vennerstube schmückte der Maler Rudolf Münger von 1909 bis 1918 mit einem Bild- und Wappenfries. Heute nutzt die Gesellschaft die Räume für eigene Anlässe, etwa für ihre Versammlung, das Grosse Bott; der Saal wurde 2020 restauriert.

Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Amthausgasse 6 · Bauinventar der Stadt Bern: Marktgasse 11 · Gesellschaft zu Mittellöwen: Gesellschaftshaus · Wikipedia (de): Gesellschaftshaus zu Mittellöwen · Wikidata: Q104523591

Lage in Bern
Auf der Karte

Amthausgasse 6

Karte öffnen

Bauten in der Nähe

Burgerhaus an der Amthausgasse40 mHauptwache60 mPatrizierhaus am Kornhausplatz 270 mHôtel de Musique80 mHotel Bellevue Palace90 mSchützenbrunnenKunstwerk · 50 mKopflosKunstwerk · 80 mDer Beginn der Zeit (oder Vertreibung aus dem Paradies)Kunstwerk · 90 m

Alle Bauten von A bis Z · Architektur & Denkmäler: Berns geschützte Bauten auf der Karte · Sehenswürdigkeiten in Bern

Einstufung und Adresse: Bauinventar © Amt für Kultur des Kantons Bern · Objektblatt (PDF) · Objektblatt (PDF) · Wikidata. Fehler gefunden? Schreib an hallo@uebrig.ch.