Nydeggkirche
Die reformierte Nydeggkirche am Ostrand der Berner Altstadt steht seit 1341–1346 auf dem Platz der früheren Burg Nydegg der Zähringer.

- Adresse
- Nydeggasse 6, Nydegghof 2
- Baujahr
- 1341–1346; Turm 1480–1483; Schiff 1493–1504; Erweiterung 1863; Umbau 1951–1953
- Stil
- Gotik
- Heute
- reformierte Kirche, im Bauinventar schützenswert
- Bauherr
- Deutscher Orden
- Schutz
- Kulturgut von regionaler Bedeutung (KGS B), schützenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Am östlichen Rand der Berner Altstadt, gleich bei der Nydeggbrücke, steht die reformierte Nydeggkirche. Ihr Name kommt von einem mittelhochdeutschen Ausdruck für das ‚untere Eck‘. Man betritt sie von der Brückenseite her, durch den Eingang an der Nydeggasse 6, oder vom kleinen Hof am Nydegghof 2, im Volksmund Nydegghöfli.
Die Kirche steht dort, wo einst die Burg Nydegg lag. Die Burg entstand im späten 12. Jahrhundert unter den Herzögen von Zähringen, offenbar zur gleichen Zeit wie die Stadt, auf der äussersten Spitze der Aarehalbinsel. Ihr Kern war ein wehrhafter Wohnturm von etwa 22,5 auf 16,2 Metern. Nach dem Tod Bertholds V. 1218 wurde sie Reichsburg; kurz nach 1268 zerstörten die Berner sie. Die deutsche Wikipedia datiert das auf 1268/70, die englische auf 1266 bis 1273. König Rudolf von Habsburg verzieh der Stadt die Tat in einer Urkunde von 1274. Einen grossen Teil des Geländes erhielt der Deutsche Orden.
Er liess auf den Ruinen 1341 bis 1346 eine Kirche mit Dachreiter bauen. 1480 bis 1483 kam ein Turm dazu, 1493 bis 1504 ein neues Schiff. Nach der Reformation diente der Bau als Lager für Fässer, Holz und Korn, ab 1566 wieder für Gottesdienste; bis 1721 war er eine Filialkirche des Münsters. 1568 brannte das Turmdach ab, bis 1571 wurde der Turm erneuert, und seine heutige Gestalt geht weitgehend auf diese Zeit zurück.
1863 wurde die Kirche nach Westen verlängert und erhielt den Zugang von der Brücke her. Von 1951 bis 1953 folgte ein Gesamtumbau. Die beiden Portale tragen heute Bronzetüren mit 16 Reliefs von Marcel Perincioli aus dem Jahr 1956, die Szenen aus dem Leben Jesu zeigen und sich an mittelalterliche Vorbilder in Verona und Hildesheim anlehnen. Ab 1951 wurden unter Leitung von Paul Hofer auch die Reste der Burg freigelegt; den Sodbrunnen hat man rekonstruiert, und bei der Kirche ist noch eine Ecke des Wohnturms erhalten. Im Nydegghöfli steht seit 1968 das Zähringerdenkmal. Zu den Pfarrern der Kirche gehörte von 1961 bis 1983 Kurt Marti.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Untere Altstadt (alle Adressen) · Wikipedia (de): Nydeggkirche · Wikipedia (en): Nydeggkirche · Burgenwelt: Burg Nydegg (Stand 2015, mit Literatur: Hofer, Baeriswyl) · Wikidata: Q2006078
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