Französische Kirche
Die Französische Kirche an der Zeughausgasse ist die ehemalige Dominikanerkirche aus dem späten 13. Jahrhundert und der älteste erhaltene Kirchenbau Berns.

- Adresse
- Predigergasse 3, Zeughausgasse 8
- Baujahr
- Spätes 13. Jahrhundert (Bauinventar: 1270–1285)
- Architekt
- Dominikanerorden; Umbauten Abraham Wild (18. Jh.), Karl Indermühle (Chor)
- Stil
- Dominikanerkirche des 13. Jahrhunderts, barocke Westfront
- Heute
- Kirche der französischsprachigen reformierten Kirchgemeinde, Konzertort
- Schutz
- Kulturgut von nationaler Bedeutung (KGS A), erhaltenswert (Bauinventar)
Über den Bau
Zwischen Zeughausgasse und Predigergasse steht ein langer, schlichter Bau mit hohem Dach. Er ist nach dem Bauinventar der älteste erhaltene Sakralbau der Stadt. Errichtet haben ihn die Dominikaner, die seit 1269 in Bern waren; man nannte sie auch Prediger, daher der alte Name Predigerkirche. Die Bauzeit fällt in die Jahre nach 1270; das Bauinventar nennt 1270 bis 1285. Damals lag das Kloster noch vor den Stadtmauern. Die Kirche war Peter und Paul geweiht.
Mit der Kirche entstand auch der Lettner, die Schranke zwischen Chor und Laienraum. 1495 wurde er mit Malereien aus dem Kreis der Berner Nelkenmeister geschmückt. Nach der Reformation wurde das Kloster aufgehoben und der Chor 1534 zum Kornhaus; eine Mauer auf dem Lettner trennte ihn vom Schiff, und auf der Lettnerempore kam eine Orgel zu stehen. An der Mauer des Kirchhofs malte Niklaus Manuel vor 1520 seinen bekannten Totentanz. Die Bilder gingen 1660 mit dem Abbruch der Mauer verloren.
Den heutigen Namen erklärt die Gemeinde, die hier zu Hause ist. Nach Wikipedia wurde seit 1623 auf Französisch gepredigt; nach der Aufhebung des Edikts von Nantes 1685 wurde die Kirche zum Mittelpunkt der Hugenotten, die nach Bern geflohen waren. Das Bauinventar nennt 1685 als das Jahr, in dem die Kirche der Gemeinde der Zuwanderer überlassen wurde. Im 18. Jahrhundert baute Abraham Wild die Fassade im Westen und das südliche Seitenschiff neu; Wikipedia datiert die barocke Westfront auf 1753. Von 1849 bis 1864 waren im leeren Chor die Sammlungen der Bernischen Kunstgesellschaft und des Staates ausgestellt, ein Vorläufer des Kunstmuseums.
Den Chor stellte Karl Indermühle wieder her, nach Wikipedia 1909 bis 1912, nach dem Bauinventar 1912/13; dabei kam im Norden eine neubarocke Sakristei hinzu. 1963/64 wurde seine Ausstattung weitgehend entfernt, 1967 bis 1969 erhielt der Chor wieder die Fenster aus der Zeit vor 1912. Zwischen Chor und Schiff verbindet ein Quergang die beiden Räume. Heute dient die Kirche der französischsprachigen reformierten Kirchgemeinde und ist ein beliebter Ort für Chorkonzerte. Die Orgel baute die Firma Goll 1991 in ein historisches Gehäuse, das Franz Josef Remigius Bossart 1828 geschaffen hatte; sie hat 66 Register. Die Kirche steht seit 1908 unter kantonalem Schutz.
Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Zeughausgasse 8 (früher Predigergasse 1) · Bauinventar der Stadt Bern: Predigergasse 3 / Nägeligasse 1A (Nachbarbau) · Historisches Lexikon der Schweiz: Indermühle, Karl · Wikipedia (de): Französische Kirche (Bern) · Wikidata: Q1450580
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