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Kunst in Bern · Bauwerk

Reihenhäuser Bethlehemacker I von 1944

Die 30 Reiheneinfamilienhäuser am Anemonen- und Knospenweg in Bern-Bethlehem bauten Hans und Gret Reinhard 1944 für eine Genossenschaft.

Reihenhäuser Bethlehemacker I von 1944, Bern
Foto: Roland Zumbuehl, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 · Quelle
Adresse
Anemonenweg 16, Anemonenweg 18, Anemonenweg 20, Anemonenweg 22 …
Baujahr
1944
Architekt
Hans und Gret Reinhard, Bern
Stil
Sparsame Reihenhaussiedlung der Kriegszeit, Leichtbau
Heute
Genossenschaftliche Einfamilienhäuser
Schutz
schützenswert (Bauinventar)

Über den Bau

Am Anemonenweg und am Knospenweg stehen sechs Reihen fast gleicher, zweigeschossiger Einfamilienhäuser unter flach geneigten Satteldächern. Vier Reihen haben je fünf Häuser, die westlichste vier, die östlichste sechs. Schmale Fusswege führen zu den Eingängen, die von feingliedrigen Vordächern markiert werden. An die drei südlichen Reihen ist auf der Nordseite je ein Waschhaus angebaut.

Auslöser war die Wohnungsnot während des Zweiten Weltkriegs. 1943 prüfte die Stadt eine Überbauung ihres Landes auf dem Bethlehemacker, und der junge Architekt Hans Reinhard zeichnete einen Bebauungsplan für insgesamt 252 Einfamilienhäuser. Diese 30 Häuser errichteten Hans und Gret Reinhard 1944; Bauherrin war die Siedlungsgenossenschaft der Holzarbeiter und Zimmerleute. Laut Historischem Lexikon der Schweiz führten die beiden ab 1942 gemeinsam ein Büro in Bern und bauten später zahlreiche Siedlungen in Bern-West, darunter das Tscharnergut.

Wegen der Materialknappheit im Krieg wurde sehr sparsam und zweckmässig gebaut. Die Brand- und Giebelmauern sind massiv, die Wände von Erd- und Obergeschoss dagegen als Holzständer ausgeführt und mit Eternitschindeln verkleidet. Die meisten Häuser sind paarweise spiegelbildlich aneinandergebaut. Das Bauinventar beschreibt die leichte Bauweise als „amerikanischen Zuschnitts“, gedacht für Kleinfamilien. Die Nachfrage war gross: Für die gleiche Genossenschaft entstanden rasch zwei weitere Etappen mit 46 Häusern am Knospen- und Maiglöggliweg, und bis 1947 wuchs der Bethlehemacker auf 178 Wohneinheiten.

1994/95 wurden die Fenster erneuert und Fensterläden aus Aluminium montiert, 2005 bis 2007 erhielten die Häuser eine hinterlüftete, gedämmte Fassade und neue Vordächer. Mit heute noch 134 Einheiten gehört die Siedlung zu den grössten Einfamilienhaus-Siedlungen Berns. Typisch sind die tiefen Gärten hinter den Häusern, die ursprünglich der Selbstversorgung dienten und dem Quartier bis heute einen gartenstadtartigen Charakter geben.

Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Bauinventar der Stadt Bern: Anemonenweg 23, 23A, 25–35, 35A u.a. · Bauinventar der Stadt Bern: Strukturgruppe Bethlehemacker · Historisches Lexikon der Schweiz: Reinhard, Hans · Wikidata: Q114111556

Lage in Bern
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Anemonenweg 16

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