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Kunst in Bern · Bauwerk

Kirche St. Peter und Paul

St. Peter und Paul an der Rathausgasse wurde 1858–1864 gebaut, als erstes katholisches Gotteshaus Berns seit der Reformation, heute christkatholisch.

Kirche St. Peter und Paul, Bern
Foto: Photo: Andreas Praefcke, Wikimedia Commons, CC BY 3.0 · Quelle
Adresse
Rathausgasse 2
Baujahr
1858–1864
Architekt
Édouard Deperthes (nach der englischen Wikipedia mit H. Marchal)
Stil
Historismus, Neugotik nach französischem Vorbild
Heute
Christkatholische Pfarr- und Bischofskirche
Schutz
Kulturgut von nationaler Bedeutung (KGS A), schützenswert (Bauinventar)

Über den Bau

An der Rathausgasse, Wand an Wand mit dem Rathaus, steht eine Kirche, deren Formen eher nach Frankreich als nach Bern weisen. Sie ist heute die Pfarrkirche der christkatholischen Kirchgemeinde Bern und zugleich die Bischofskirche des christkatholischen Bischofs der Schweiz. Ihr Bischofsstuhl steht im Chor.

Seit der Reformation hatten die Katholiken in Bern keine eigene Kirche. Nach 1798 durften sie die Messe im Chor des Münsters feiern, ab 1804 in der Französischen Kirche. Den Neubau setzte der katholische Pfarrer Antoine Baud durch, und die reformierte Regierung überliess das Grundstück beim Rathaus unentgeltlich. Nach der englischen Wikipedia stand dort zuvor der Kornspeicher von St. Johannsen. Die Pläne gingen aus einem internationalen Wettbewerb hervor. Entworfen hat die Kirche Édouard Deperthes aus Reims, der bei Beginn des Projekts erst 23 Jahre alt war; die englische Wikipedia nennt neben ihm H. Marchal und als Bauleiter Emmanuel Müller.

1858 begann der Bau, am 13. November 1864 wurde der erste Gottesdienst gefeiert. Nach dem Ersten Vatikanischen Konzil trennte sich ein Teil der Schweizer Katholiken von Rom und gründete die christkatholische Kirche. Im Kulturkampf ging St. Peter und Paul an die neue Gemeinde über, nach der Wikipedia 1875, nach der Kirchgemeinde selbst 1874.

Über den Stil urteilen die Quellen unterschiedlich. Die deutschsprachige Wikipedia sieht Formen der Romanik und der Frühgotik nachgeahmt; die Kirchgemeinde spricht von ‚dogmatischer Neugotik‘ und beschreibt den Bau als französische Kathedrale, gesehen mit den Augen des 19. Jahrhunderts. Deckenmalereien und farbige Fenster stammen aus der Zeit des Jugendstils. Glockenturm und Südfassade erhielten 1965 bis 1967 eine Renovation, 1998 der Chor neu gestaltet. Die Orgel baute Friedrich Goll aus Luzern 1885; 2011 wurde sie saniert und auf ihren ursprünglichen Zustand zurückgeführt. Zum Geläut widersprechen sich die Angaben: Die Wikipedia nennt drei Glocken der Giesserei Rüetschi, die Kirchgemeinde schreibt, die Kirche habe keine grossen Glocken.

Ein Detail im Chor: ein durchsichtiger Schleier von 1998, der frei im Raum schwebt und Maria als Gottesgebärerin zeigt.

Recherchiert und zusammengefasst von Bärn Kit. Quellen: Christkatholische Kirchgemeinde Bern: Kirche St. Peter und Paul · Wikipedia (de): St. Peter und Paul (Bern) · Wikipedia (en): Church of St. Peter and Paul, Bern · Bauinventar der Stadt Bern: Untere Altstadt, alle Adressen (Liste ohne Einzelbeschreibung) · Wikidata: Q684054

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